Entgeltliche Einschaltung

Die Welle rauscht von Mayrhofen Richtung Uderns

Die künstliche Surfwelle muss in Mayrhofen nach dreijähriger Planung über Bord geworfen werden. Neuer Standort könnte Uderns sein.

  • Artikel
  • Diskussion

Von Angela Dähling

Mayrhofen, Uderns –Der Traum von der Surfwelle im Ziller in Mayrhofen ist nach drei Jahren ausgeträumt. Der finale K.-o.-Schlag kam von der Marktgemeinde: Dort wurde zwar einst ein positiver Grundsatzbeschluss für die künstliche Welle gefasst, doch in der Gemeinderatssitzung im Februar fassten die Mandatare mehrheitlich den Beschluss, sich vom Projekt „Dreamwave – die Welle“ zu distanzieren. Unter anderem, weil nicht zu erwarten sei, dass das Projekt ohne Kosten für die Gemeinde bleibe. Problem ist die Erschließung des geplanten Areals am Ziller. Von der B169 aus hätte für die Zufahrt die Zillertalbahntrasse mittels neuer Straße überquert werden müssen. Schärfere gesetzliche Richtlinien, was das Kreuzen von Bahntrassen anbelangt, hätten die Kosten in die Höhe getrieben. Die Herausnahme des künftigen Freizeitareals aus den landwirtschaftlichen Vorrangflächen wurde zur weiteren Hürde.

Entgeltliche Einschaltung

Für den Mayrhofner Tourismusverbandsobmann Andreas Hundsbichler ist das Aus für die Welle in Mayrhofen eine herbe Enttäuschung. Für die Initiatoren rund um Dream­wave-Geschäftsführer Ulrich Hautzel ebenso. Schließlich hatte man drei Jahre lang viel Zeit und Geld in die Vorarbeiten für die Realisierung des 3,5-Mio.-Euro-Projektes gesteckt, für das 1 Mio. an Eigenkapital laut Hautzel bereitstehe. Zu den Investoren gehört die Firma Billabong. Wie berichtet, hätte Flusswasser von Ziller in ein Bauwerk abgeleitet werden sollen, so dass eine glatte, bis zu 1,50 m hohe und 20 m breite Welle entsteht. Als technischer Fachmann für Flusswellen ist Professor Markus Aufleger von der Uni Innsbruck im Dream­wave-Boot.

Der Traum, ein Stück Hawaii mitten ins Zillertal zu holen, ist aber nicht ausgeträumt. Im Gegenteil. Die Welle rauscht weiter. Richtung talauswärts in die Erste Ferienregion. In Uderns steht der Gemeindevorstand den Plänen grundsätzlich positiv gegenüber, auch TVB-Obmann Ernst Erlebach ist Feuer und Flamme für die Welle.

Wo genau das Projekt, das auch Liegewiese und Gastronomiebetrieb beinhaltet, jetzt umgesetzt werden soll, steht noch nicht fest. Hautzel betont, dass weder der Standortwechsel noch die Pläne des Verbunds im Widerspruch dazu stünden. Die Welle könne dennoch realisiert werden. Wie berichtet, überlegt der Energiekonzern, einen Großteil des Zillerwassers ab Mayr­ hofen mittels Druckleitung zu einem geplanten Kraftwerk in Rotholz zu leiten. Baustart dafür wäre frühestens 2023.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung