Entgeltliche Einschaltung

Landecker Berufsfestival gestürmt

340 Schülerinnen und Schüler haben zwei Tage die Chance auf Einblicke in die Berufswelt genutzt. Fachbetriebe boten „Berufe zum Angreifen“. Kammerobmann ist besorgt über sinkende Lehrlingszahlen.

  • Artikel
  • Diskussion

Von Helmut Wenzel

Landeck –„Soll ich Installateur, Tischler, Seilbahntechniker oder Koch werden? Wie wäre es mit der HAK und dann mich bei einer Bank bewerben? Oder soll ich die Matura und dann das neue Bachelor-Studium in Landeck machen?“ Das sind nur einige Fragen, die sich junge Leute möglichst vor Pflichtschulabschluss stellten sollten.

Entgeltliche Einschaltung

Landecks Wirtschaftskammer hat weder Kosten noch Mühen gescheut, um 340 Schülerinnen und Schülern aus dem Bezirk umfangreiche Entscheidungshilfen zu bieten. Heimische Fachbetriebe haben 14 Infostände im Stadtsaal aufgebaut, wo die jungen Leute, alle in der 7. Schulstufe, Werkzeug in die Hand nehmen und ihren Wissensdurst stillen konnten. Bis auf wenige Ausnahmen haben nicht die Firmenchefs informiert, sondern Lehrlinge und ausgebildete Facharbeiter schilderten ihre Erfahrungen aus dem Berufsleben.

Neu im Rahmen des Berufsfestivals war diesmal die Infomesse für Eltern. „Sie spielen oft eine wichtige Rolle bei der Berufswahl ihrer Kinder“, erläuterte Kammerobmann Toni Prantauer die Initiative.

Hintergrund für die breit angelegte Offensive zur Berufsorientierung sind allerdings auch sinkende Lehrlingszahlen im Bezirk. „2012 hatten wir noch 904 Lehrlinge, 2013 haben 863 junge Leute eine Lehrausbildung gemacht“, schilderte Prantauer, der in diesem Zusammenhang auf dramatisch sinkende Geburtenraten hinwies. Im Gleichschritt dazu ist auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe geschrumpft – von 319 im Jahr 2012 auf 302 im Vorjahr.

„Wir kämpfen um jeden einzelnen Lehrling, um die Nachfrage nach künftigen Facharbeitern im Bezirk befriedigen zu können“, betonte der Obmann. Das alte Sprichwort „Handwerk hat goldenen Boden“ habe nichts an Gültigkeit verloren.

Mit dem Vorurteil, wonach Absolventen von mittleren und höheren Schulen beim Berufseinstieg mehr verdienen als junge Leute mit Lehrabschluss, hat Bezirksstellenleiter Thomas Köhle aufgeräumt: Demnach verdienen 31,1 Prozent der männlichen Berufseinsteiger mit Lehre zwischen 1800 bis 2400 Euro brutto, 11,5 Prozent sogar mehr als 2400 Euro. Nur 10,3 Prozent der männlichen Berufseinsteiger mit AHS-Matura stehen mit 1800 bis 2400 Euro auf der Gehaltsliste, drei Prozent werden mit mehr als 2400 Euro entlohnt.

Eine handliche Publikation zum Bildungsangebot im Bezirk Landeck hat beim Berufsfestival ihre Premiere gefeiert: Das Team Berufsbildungsconsulting sowie der Arbeitskreis „Wirtschaft – Schule“ mit Vorsitzendem Andreas Grüner haben den kompakten Wegweiser konzipiert. Auch die neueste Bildungseinrichtung in der Bezirksstadt wird vorgestellt – das Bachelor-Studium für Wirtschaft, Gesundheit, Sport und Tourismus, das im Herbst 2014 startet. „Wir haben bisher 25 Anmeldungen und mehr als 100 Anfragen“, freut sich Kammerobmann Prantauer.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung