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Weiterhin viele offene Fragen bei Siemens-VAI-Verkauf

Linz/Tokio (APA) - Beim geplanten Einstieg von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) bei der Siemens VAI bleiben weiter viele Fragen offen, auch...

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Linz/Tokio (APA) - Beim geplanten Einstieg von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) bei der Siemens VAI bleiben weiter viele Fragen offen, auch die nach dem Jobabbau. Wie nach einer nicht öffentlichen Mitarbeiter-Information zu erfahren war, soll das Joint Venture mit 1. Jänner 2015 starten und 9.000 Beschäftigte haben - rund 8.000 von der VAI, 1.000 von Mitsubishi. Das Headquarter könnte in Manchester sein.

Siemens-VAI-Chef Chef Albrecht Neumann kann einen Mitarbeiterabbau „nicht ausschließen“, wie er nach einem Treffen von ihm und Siemens-Österreich-Generaldirektor Wolfgang Hesoun mit der oberösterreichischen Landesregierung erklärte. Von VAI-Seite sollen nach Informationen der Belegschaftsvertretung 8.000 Personen in das Joint-Venture, an dem Mitsubishi zu 51 und Siemens zu 49 Prozent beteiligt sind, eingebracht werden. Siemens Metals Technologies beschäftigt derzeit weltweit rund 9.000 Mitarbeiter, davon 1.650 zur Stammbelegschaft zählende und 160 bis 170 Leasingkräfte in Linz. Was das für die Beschäftigten am Standort bedeutet, blieb offen.

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An der Mitarbeiter-Veranstaltung am Donnerstagvormittag nahmen laut Betriebsrat rund 1.000 Personen teil. Zuvor hatten 100 bis 200 davon bei einem Fußmarsch, beginnend bei der Firmenzentrale, ihrem Ärger Luft gemacht. „Da fehlen einem die Worte“, kritisierte Angestelltenbetriebsratschef Gerhard Bayer die „Schweigepolitik“, wie er sie nannte, der deutschen Siemens-Konzernleitung. Vor dem Gebäude war ein Grabkranz „In letzter Erinnerung einer österreichischen Lösung“ aufgestellt.

Die Stimmung sei gefasst gewesen, „die Leute waren auch neugierig“, es habe eine „offene Diskussion“ gegeben, so Bayer nach der Veranstaltung zur APA. Ob, in welchem Maß oder in welchem Zeitraum es einen Jobabbau in Linz geben wird, „kann man noch gar nicht sagen“. Ihm sei aber von der Geschäftsführung zugesichert worden, dass die Belegschaftsvertretung nun mit eingebunden werde. „Wir werden den Herren auf die Finger schauen“, kündigte er an.

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Welche Rolle Linz in Zukunft spielen wird, ist ebenfalls weiterhin unklar. Die Zentrale des Joint Ventures soll ja in Großbritannien sein. Als mögliches Headquarter sei Manchester genannt worden, hieß es seitens der Belegschaftsvertretung. Derzeit werden laut Neumann die Planungen für das Joint Venture, das noch kartellrechtlich genehmigt werden muss, aufgenommen. Beide Partner seien „komplementär“ aufgestellt, was die Marktdurchdringung, die geografische Präsenz und das Portfolio betreffe, betonte er.

Die Landespolitik will sich dafür einsetzen, dass Kernkompetenzen in Linz gehalten werden. Jetzt werde der rasche Kontakt zum Mehrheitseigentümer Mitsubishi gesucht, so LH Josef Pühringer (ÖVP). Der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich, Johann Kalliauer, zeigte sich über die Ereignisse bei der VAI „erschüttert“ und forderte einen Gipfel, in dem zu allererst geschaut werden müsse, was für betroffenen Mitarbeiter getan werde könne. Der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich, Joachim Haindl-Grutsch wies darauf hin, dass von den 250 größten Unternehmen des Bundeslandes 69 in ausländischem Mehrheitsbesitz seien. Er sieht in der Internationalisierung „ein Erfolgsmodell für unser Bundesland“.

~ WEB http://www.mitsubishi.com/

http://www.siemens-vai.com ~ APA584 2014-05-08/17:13


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