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Alpinbeschaller und katholische Krawallmusiker

Ein TAT-Ort ohne Geschmackspolizei: Tirols Jazz-Szene lädt am Sonntag zur dritten Leistungsschau ins Treibhaus.

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Innsbruck –Für das dritte Ton Art Tirol Festival am kommenden Sonntag im Innsbrucker Treibhaus hat sich der gleichnamige Verein einiges vorgenommen. „Wir wollen eine vielfältige Leistungsschau der heimischen Jazz-Szene bleiben und gleichzeitig den Blick über den Tellerrand wagen“, erklärt Ton-Art-Tirol-Obmann Christian Wegscheider im Gespräch mit der TT.

Deshalb gebe es in diesem Jahr getreu dem Motto „Open Borders“ erstmals Kooperationen mit internationalen Jazz-Festivals und Institutionen, die sich in Auftritten des polnischen Tomek Grochot Quintetts, der italienischen Free-Jazz-Combo Hobby Horse oder der Schweizer „Alpinbeschaller“ Jütz niederschlagen. Gerade bei Jazz und improvisierter Musik mache selbstverordnete Horizontverengung keinen Sinn, erklärt Wegscheider. „Tiroler Musiker spielen in der ganzen Welt, da liegt es nahe, diese Kontakte zu nutzen und einen Hauch von Welt nach Innsbruck zu holen – und zu schauen, was passiert.“

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Insgesamt zehn Gruppen sollen für diesen Hauch von Welt sorgen, darunter etablierte Szenegrößen wie das Chamber-Jazzquartett PianoForteBrass und das Wiener Clemens Salesny Quartett ebenso wie Newcomer Varmint Control um den 20-jährigen Innsbrucker Pianisten Philipp Rist, die „Haudrauf-Jazz-Rock-Fusion-Krawallmusik“ versprechen.

Dass gerade solche Ankündigungen den einen oder anderen Jazzfreund verschrecken könnten, glaubt Wegscheider nicht: „Die Diskussion, was im Jazz erlaubt ist und was nicht, wird zwar noch immer verbissen geführt, aber ich halte das für müßig. Bei uns gibt es keine Geschmackspolizei. Unser Musikverständnis ist katholisch, sprich: allumfassend. Alles hat seinen Platz, alles ist erlaubt.“ (jole)


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