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Merck-Chef nach Milliardenübernahme weiter in Kauflaune

Darmstadt/Frankfurt (APA/Reuters) - Der deutsche Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck will nach der milliardenschweren Übernahme der briti...

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Darmstadt/Frankfurt (APA/Reuters) - Der deutsche Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck will nach der milliardenschweren Übernahme der britischen Chemiefirma AZ seine Einkaufstour fortsetzen. „Wir sind in der Lage, ambitionierte Schritte zu tun. Wir können uns Investitionen und Akquisitionen leisten“, sagte Konzernchef Karl-Ludwig Kley am Freitag auf der Hauptversammlung in Frankfurt.

Ein starker Mittelzufluss erlaube es, Schulden schnell zu tilgen. „Diesen Spielraum werden wir in den nächsten Jahren nutzen.“ Die Übernahme des britischen Herstellers von Elektronikchemikalien AZ Electronic Materials sei nur ein erster Schritt.

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Merck hatte lange um die rund 2 Mrd. Euro teure Übernahme von AZ Electronic Materials bangen müssen. Erst nachdem die Darmstädter vergangene Woche die seit langem ersehnte kartellrechtliche Freigabe durch die chinesischen Wettbewerbshüter erhalten hatten, war der Kauf unter Dach und Fach. Inzwischen hält Merck rund 98 Prozent an der ehemaligen Hoechst-Tochter, die Chemikalien für integrierte Schaltkreise herstellt.

„Wir verfolgen Akquisitionen in allen Geschäftsbereichen“, sagte Kley vor rund 800 Aktionären. In der Pharmasparte Merck Serono seien in diesem Jahr Partnerschaften und Zukäufe möglich, sagte Kley. „Wo dies sinnvoll ist, werden wir auch weiter Produkte einlizenzieren, um unsere Pipeline zu stärken.“ Merck braucht dringend Nachschub an neuen Medikamenten. Denn nach einer Reihe von Fehlschlägen in der Arzneiforschung in den vergangenen Jahren hat der Konzern aktuell kaum Neuentwicklungen kurz vor dem Marktstart. In den USA will Merck seine Marktstellung im Pharmageschäft ausbauen. Auch in der Verbraucherprodukte-Sparte Consumer Health - dazu gehört das Nasenspray Nasivin - seien gezielte Zukäufe denkbar, sagte Kley. Merck werde aber „mit finanziellem Augenmaß“ agieren. „Stand heute ist Merck übrigens schuldenfrei“, sagte der Konzernchef.

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Kley bestätigte zudem die Umsatz- und Ergebnisziele des Konzerns für dieses Jahr. Merck erwartet einen stagnierenden Umsatz und auch einen bereinigten operative Gewinn (Ebitda) auf dem Niveau von 2013. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern einen Umsatz von 10,7 Mrd. Euro und einen bereinigten operativen Gewinn von 3,3 Mrd. Euro erzielt.

Lediglich fünf Redner regierten auf dem Aktionärstreffen auf den Vortrag von Kley - Kritik gab es kaum. Für Merck-Chef Kley war es eine Hauptversammlung im Eiltempo. Michael Ruoff von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) bemängelte die Höhe der Dividende. „Schaut man sich dazu die Geschäftsentwicklung seit 2010 an, dann müsste die Dividende mindestens bei 2,50 Euro liegen“, sagte der Kleinaktionärsvertreter. Merck will den Aktionären für das vergangenen Jahr 1,90 Euro je Anteilsschein zahlen - 20 Cent mehr als für 2012.

~ ISIN DE0006599905 WEB http://www.merck.de ~ APA446 2014-05-09/14:07


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