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EU-Wahl: Das Rennen ist noch offen

Wien/Österreich-weit (APA) - Die EU-Wahl am 25. Mai wird zwar vergleichsweise wenige Wähler an die Urnen bringen, aber sie wird spannend. Da...

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Wien/Österreich-weit (APA) - Die EU-Wahl am 25. Mai wird zwar vergleichsweise wenige Wähler an die Urnen bringen, aber sie wird spannend. Das Rennen ist offen - wie auch die jüngsten Umfragen zeigen, die unterschiedliche Wahlausgänge prognostizieren. Einig sind sich die Meinungsforscher darin, dass ein Hauptfaktor der letzten zwei Wochen vor allem für SPÖ und FPÖ die Mobilisierung ihrer Wähler ist.

Wolfgang Bachmayer von OGM hat in seiner letzten Umfrage (für den „Kurier“) die SPÖ vor der ÖVP und die Grünen vor den NEOS. Bei Peter Hajek (für „Heute“) liegt hingegen die ÖVP knapp vor der SPÖ und die NEOS vor den Grünen. Beide unterstreichen, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt und man nicht sicher sagen kann, wer Erster und wer Vierter wird. Die FPÖ sehen beide mit 20 Prozent am dritten Platz. Und Hajek schließt ein überraschendes Ergebnis von Europa Anders nicht mehr hundertprozentig aus.

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Verlieren dürfte jedenfalls die Wahlbeteiligung: Auf rund 43 Prozent, vielleicht noch niedriger, tippt Bachmayer - und bei den jüngeren Wählern (unter 30) gar nur auf 30 Prozent. Das sei „bedenklich“, zumal sich die Parteien im Wahlkampf mit vielen Veranstaltungen und Information versucht wird, Jungwähler für die EU und die Wahl zu interessieren. „Plus minus 40 Prozent“ ist Hajeks Prognose für die Beteiligung.

Damit wird in den letzten beiden Wochen des Wahlkampfes die Mobilisierung zum großen Thema. Dies vor allem für die SPÖ und die FPÖ. Die SPÖ habe noch bei weitem nicht alle potenziellen Wähler für sich gewonnen: „Wenn die SPÖ noch mobilisiert, ist sie die sichere Nummer 1“, meint Bachmayer. Spitzenkandidat Eugen Freund habe - mit seiner Bekanntheit - aber schon einiges bewegt, vor seiner Kür seien die Werte der SPÖ wesentlich schlechter gewesen, merkte Hajek an.

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Er sieht vor allem bei der FPÖ noch viel „Luft nach oben“. Zwar habe sie nach dem Abgang Andreas Mölzers wieder „an Tritt gewonnen“. Aber sie schneide bei den EU-Umfragen deutlich schlechter ab als bei der Sonntagsfrage fürs heimische Parlament. Das Problem für die Blauen sei ihre EU-kritische Haltung: Ein Großteil der FPÖ-Wähler werde aus Kritik an der Institution nicht zur Wahl gehen. Das sei auch der Grund, warum die FPÖ versuche, die EU-Kür zur Denkzettelwahl für die Innenpolitik zu machen - aber „das ist nicht so leicht“. Chancen auf Platz 2 oder gar 1 für die FPÖ am 25. Mai sehen beide nach jetzigem Stand nicht.

Am besten mobilisiert hat bisher die ÖVP: Sie liege bei der EU-Wahl deutlich besser als in der Nationalrats-Sonntagsfrage, berichtet Hajek. Sie spreche also auch Wähler über den Nationalratswahl-Kreis hinaus an. „Da sticht die Karte Karas“, berichtet Hajek etwa von einigen NEOS-Wählern bei der Nationalratswahl, die jetzt die ÖVP wählen wollen. Mit seinem Profil des „sachkundigen EU-Kenners“ habe die ÖVP derzeit „gute Karten, den ersten Platz zu behaupten“. Der auf Karas zugespitzte Personen-Wahlkampf wirke: Bei den Wahlmotiven komme der Spitzenkandidat der ÖVP auf Spitzenwerte, stellte Bachmayer fest.

NEOS und Grüne haben ihr Potenzial laut Hajek schon gut ausgeschöpft, sie liegen ungefähr bei den Nationalratswahl-Werten.

„Signifikant zugelegt“ habe zuletzt die KPÖ-Piraten-Plattform Europa Anders mit den öffentlichkeitswirksamen Hypo-Protest-Aktionen ihres Spitzenkandidaten Martin Ehrenhauser. Hajek sieht sie bei „sehr gefestigten drei Prozent“. Ob sich das noch zu den nötigen an die fünf Prozent steigern kann, „wird man sehen. Aber es ist aus statistischer Sicht nicht ausgeschlossen, dass es eine Überraschung gibt am Wahlsonntag.“

Potenzial für den Stimmenfang gibt es jedenfalls noch. Laut Bachmayer haben sich nämlich auch zehn Prozent derer, die angeben, sicher zur Wahl gehen zu wollen, noch nicht auf eine Partei festgelegt.


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