Landespolitik

Umbau am Schießstand entzweit

Eine Umwidmung im ökologisch wertvollen Landecker Schlosswald stieß einigen SPÖ-Mandataren sauer auf.

Von Matthias Reichle

Landeck –Seit über 70 Jahren wird im Landecker Schlosswald geschossen. Kürzlich knallte es auch im Gemeinderat – freilich ganz ohne Waffen. Es ging um eben jenen Kleinkaliberschießstand, der wie der Landecker VP-Vizebürgermeister Herbert Mayer betonte, fast schon zum „Inventar“ der Stadtgemeinde gehört. Für Umbauten am sanierungsbedürftigen Objekt war eine Umwidmung von der bestehenden Sonderfläche „Schießstand“ in eine Sonderfläche „Schießstand mit Hausmeisterwohnungen“ nötig.

Was SP-Gemeinderat Andreas Pfenniger daran störte? Dass der Schießstand von einer ökologisch wertvollen Freihaltefläche umgeben ist. „Das könnte Folgewirkung haben“, warnte er in der Sitzung. Alle zwei bis drei Jahre werden ähnliche Ansuchen für die Trams – einem für die Landecker wichtigen Naherholungsgebiet – abgelehnt. Er fühlte sich in der Sache überfahren – ein Gutachten fehle. Vor dem „Öffnen der Büchse der Pandora“ warnte gar Grünen-Gemeinderat Wolfgang Egg. Man werde es schwer haben, weitere Projekte zu verhindern. Im besonderen Fall muss die Schützengilde das Dach sanieren und will das Gebäude dabei aufstocken, um Raum für zwei zusätzliche Wohnungen zu schaffen, erklärte Planungsausschussobmann Peter Vöhl.

Die Hausmeisterin übersiedelt in den ersten Stock. Die Wohnung, die dann noch frei bleibt, will der Verein selbst nutzen. Auch um die Waffen unter Kontrolle zu haben, so Vöhl. „Ich glaube nicht, dass man Trams und Schlosswald über einen Kamm scheren kann“, betonte er. Es sei ein Unterschied, ob ein Privater einen Neubau errichten beziehungsweise einen Stadel umgestalten will oder ob ein Verein ein Objekt ausbaut.

Der Schritt zur nächsten Umwidmung sei klein, warnte hingegen SP-Vizebürgermeister Manfred Jenewein. „Ich sehe keine wesentlichen Änderungen im Bereich des Schießstandes“, sprach sich FP-Stadtrat Roland König für die Umwidmung aus. Grüne und die Mehrheit der SP-Mandatare stimmten dagegen. Das Ergebnis fiel 12:7 für die Umwidmung aus. Nun ist das Land am Zug.

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