Web und Tech

Zwielichtige Gestalten des Internets landen auf Watchlist

Die Watchlist Internet will den zunehmenden Betrügereien im Netz einen Riegel vorschieben. Es wird vor aktuellen Online­fallen und gefährlichen E-Mails gewarnt. Internetbenutzer können ihrerseits Vorfälle an die Watchlist melden. Fotos: Thinkstock, screenshot; Montage: TT

Betrug im Web ist ein wachsendes Problem. Mit Hilfe der Netzbenutzer wird diesem Missstand nun der Kampf angesagt. Mysteriöse Homepages und E-Mails werden öffentlich gemacht.

Von Markus Schramek

Wien, Innsbruck –Das Internet hat uns fest im Griff. Online Bankgeschäfte erledigen, im Webshop einkaufen, via WhatsApp mit Freunden plaudern – das ist für uns selbstverständlich und für viele unverzichtbar. Eine neue Abhängigkeit ist entstanden.

Zwielichtige Gestalten wissen um die Macht des weltweiten Computerverbundes. Und sie versuchen daraus Kapital zu schlagen. Oft erfolgreich. Betrügereien und Abzocke sind im World Wide Web an der Tagesordnung. Seriöse Homepages und E-Mails sind von bösartig-kriminellen nicht immer auf Anhieb zu unterscheiden.

Beim Ombudsmann-Team der TT melden sich immer wieder Bürger, die in die Internetfalle getappt sind. Da ist es dann gut, professionelle und bestens informierte Kollegen zu haben, auf deren Dienste man verweisen kann.

Denn auch im Internet gibt es einen Ombudsmann. Er ist unter www.ombudsmann.at erreichbar und kümmert sich um Streitigkeiten und Beschwerden aus der ständig wachsenden Welt des WWW. Bei den strittigen Fällen geht es meistens um Käufe, die online abgewickelt wurden.

Der Netz-Ombudsmann ist bemüht, sein Angebot zu erweitern. Ein relativ neues Service bietet er unter der Adresse www.watchlist-internet.at. Hier hat er sich dem Kampf gegen das Böse im Web verschrieben. Allwöchentlich wird vor Betrugsversuchen, Fälschungen und Online-Fallen gewarnt.

Frei erfundene Web-Shops, die es gar nicht gibt; E-Mails, mit denen geheime Daten von Benutzern ausspioniert werden sollen; oder gefälschte Rechnungen, mitunter recht dreist formuliert und vor Rechtschreibfehlern strotzend: Sie alle finden sich dann auf der Watchlist wieder.

Apropos Rechnungen. Derzeit kursieren gefälschte Abo-Rechnungen im Land. Verdutzte Internetbenutzer werden per E-Mail aufgefordert, die Kosten für ein Download-Abo zu begleichen, andernfalls würde ein kostspieliges Mahnverfahren samt Verzugszinsen eingeleitet. „Das Ausmaß dieses Betrugsversuches ist beträchtlich“, sagt Internet-Ombudsmann Bernhard Jungwirth. Viele Betroffene hätten sich schon bei ihm gemeldet.

Direkter Kontakt zu betroffenen Netzusern ist als Infoquelle immens wichtig. Auf der Watchlist-Seite wird folglich auch dazu aufgerufen, betrügerische Aktivitäten aktiv zu melden.

Und die Resonanz ist beachtlich. Jungwirth verweist auf bereits mehr als 1900 solcher Meldungen. „Wir recherchieren dann die Hintergründe dazu und stellen eine Warnung ins Netz“, beschreibt er seine Arbeit.

Jungwirth ist kein Einzelkämpfer, sonst stünde er wohl auf verlorenem Posten. Insgesamt vier Mitarbeiter betreuen die Wachlist und sind tagtäglich mit den Schattenseiten des Web konfrontiert.

Der Internet-Ombudsmann und die Watchlist werden vom Konsumentenministerium und der Bundesarbeitskammer mit öffentlichen Mitteln gefördert. Für die Bürger sind Beratung und Information durch diese Anlaufstellen dafür dann kostenlos.

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