Kommentar

Darum soll Atletico Madrid die Champions League gewinnen

Nicht wenige Fußballfans würden heute dem Underdog die europäische Krone gönnen.
© Gepa

Das höfliche Theater bei Real Madrid um seine Superstars geht einem auf den Wecker. Umso schöner wäre es, wenn die „Matratzenmacher“ die „Königlichen“ heute vermöbeln würden.

Von Hubert Winklbauer

Innsbruck – Real, das war das Maß aller Dinge. Di Stefano, Didi, Puskas, Santamaria, Kopa, Gento waren die Größten. Und kaum ein Bub, der sie nicht in der Hosentasche hatte. Auf Schwarz-Weiß-Bildern, herausgeschnitten aus Zeitungen. Zerknitterte Paninis der 50er- und 60er-Jahre … Helden, die irgendwo ganz oben thronten. Helden, weil sie so unvorstellbar gut Fußball spielten. Und nicht, weil sie so unvorstellbar viel verdient hatten.

Einem dieser Buben von damals geht der royalistische, glamouröse Ansatz dieses hoch verschuldeten Klubs schon längst auf den Wecker. Dieses höfische Theater um seine Superstars, die auch noch gut aussehen müssen. Das wäre ja mal was, wenn die von den „Matratzenmachern“ aus dem armen Süden, dem Arbeiterklub Atlético, der Gegenthese zu den Königlichen, vermöbelt werden würden. Freilich nur fußballerisch.

Verwandte Themen