EU-Wahl: Anscheinend sehr niedrige Wahlbeteiligung in der Slowakei

Bratislava (APA) - In der Slowakei zeichnet sich eine katastrophal niedrige Wahlbeteiligung ab. Laut Informationen des Nachrichtenportals we...

Bratislava (APA) - In der Slowakei zeichnet sich eine katastrophal niedrige Wahlbeteiligung ab. Laut Informationen des Nachrichtenportals webnoviny.sk am Sonntag dürfte die alleinregierende linke Smer von Ministerpräsident Robert Fico erwartungsgemäß mit rund 25 Prozent der Stimmen klarer Wahlsieger sein, zu den Urnen kamen aber nur knapp 13 Prozent der Wähler.

Das Portal hat sich auf Informationen „einiger politischer Parteien“ berufen, die „parallele Stimmauszählungen“ durchgeführt hatten. Offiziell werden die Wahlergebnisse erst Sonntagabend um 23 Uhr bekannt gegeben. Sollten sich die Zahlen bestätigen, dürfte die Slowakei erneut einen absoluten Minusrekord der Wahlbeteiligung erzielt haben.

Schon 2004 und 2009 hatten mit nicht einmal 17 bzw. 20 Prozent europaweit die wenigsten Wähler gerade in der Slowakei abgestimmt. Beobachter hatten für diesen Urnengang mit einer Beteiligung von 16 bis 21 Prozent gerechnet. Die Sozialdemokraten von Fico werden trotz absolutem Wahlsieg wohl mindestens ein Mandat einbüßen müssen und sollten demnach künftig nur noch vier Europaabgeordnete stellen. Die Christdemokraten scheinen hingegen mit 13 Prozent der Stimmen ihre zwei Mandate bestätigt zu haben.

Je eins der 13 slowakischen Mandate im Europaparlament dürften sich den Informationen nach die Slowakische demokratische und christliche Union (SDKU), die Gewöhnlichen Menschen, die neoliberale Freiheit und Solidarität (SaS), die neue konservative Partei Nova sowie die zwei Ungarnparteien Most-Hid und SMK teilen, wobei mindestens eine dieser Parteien auf zwei Mandate kommen sollte. Die extremistische Slowakische Nationalpartei SNS, die als Kandidat für die neue Rechtsfraktion mit der FPÖ galt, sowie die Rechtsextremisten von Marian Kotleba haben den Angaben nach den Einzug ins Europaparlament verfehlt.