Falsche Öltank-Kontrolle erhitzt die Gemüter

Die Landesinnung der Installateure warnt vor Telefonkeilern, die eine kostenlose Überprüfung anbieten. Diese sei nicht erforderlich.

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Von Marco Witting

Innsbruck –Mehrere Anrufe in den vergangenen Tagen in ganz Tirol. Immer dieselbe Masche: Ein Unternehmen aus Deutschland meldet sich telefonisch. Eine Überprüfung der Öltankanlage sei nötig und werde kostenlos angeboten – auf dem neuesten Stand der Vorschriften. Natürlich. Wenn Schlamm und Ablagerungen festgestellt werden sollten, dann, ja dann seien natürlich die Reparaturen zu bezahlen. Wie hoch diese seien, das könne man aber leider noch nicht sagen. Klingt relativ einfach. Ist es aber nicht. Zumindest für die Landesinnung der Installateure in der Wirtschaftskammer. Denn die läuft angesichts der „Telefonkeiler“, wie sie Innungsmeister Werner Bouvier nennt, so richtig heiß.

Denn Bouvier erklärt: „Das Ölfeuerungsgesetz hat sich nicht verändert. Und es braucht für Privathäuser nur eine Sichtüberprüfung – und die kann man auch selber machen.“ So richtig aufgefallen ist die Angelegenheit erst, weil die Telefonkeiler an die Frau eines Mitgliedes des Innungsausschusses gerieten. Diese meldete den Fall, ebenso wie ein verunsicherter Hotelier aus St. Anton, der sich bei Bouvier erkundigte, ob er tatsächlich den Öltank des Hotels überprüfen lassen muss.

„Muss er natürlich nicht“, klärt Bouvier auf. Eine derartige Totalreinigung könne schnell einige hundert, wenn nicht tausend Euro kosten. Ärgerlich, wenn dafür kein Handlungsbedarf besteht, wie der Innungsmeister erklärt.

Die Methoden, mit denen die Unternehmen arbeiten, seien zumindest „dubios“. Selbst wenn es sich um seriöse Firmen handeln sollte, seien es die Telefonanrufe jedenfalls nicht. „In einem Email an einen Hotelier raten die Auftragskeiler, sich rasch vorzubereiten, um nicht völlig unvorbereitet mit neuen Vorschriften konfrontiert zu werden.“ Für Bouvier ein klarer Beweis dafür, mit welchen Maschen hier gearbeitet werde. Von „geänderten Vorschriften“ könne nämlich keine Rede sein.

Der Experte rät, im Zweifelsfall bei der Landesinnung in der Wirtschaftskammer anzurufen oder für Rückfragen einen heimischen Installateur zu kontaktieren. Man könne nicht ausschließen, dass nicht schon einige Hausbesitzer auf die Masche hereingefallen seien. Meldungen dazu gebe es aber bisher nicht. Nachsatz: „Noch nicht.“


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