Tirol

Larissa-Prozess: Saalkarten waren in 20 Minuten weg

Andrang am Innsbrucker Landesgericht.
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70 zu vergebende Karten für den Mordprozess im Fall Larissa lockten gestern schon frühmorgens eine Menschentraube vor das Landesgericht.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – „Alle Karten waren in 20 Minuten weg. Mir scheint, das Interesse am Fall Larissa ist seitens der Bevölkerung noch größer als am Goldmordprozess!“, äußerte gestern Vormittag Andreas Stutter – Vizepräsident des Landesgerichts – überrascht gegenüber der TT.

Zuvor hatten sich schon um zwei Uhr morgens erste Karten-Interessenten für den Mordprozess im Fall Larissa im Schwurgerichtssaal eingefunden. Wie der Reuttener Bertl Fuchs (rechts), der die 20-jährige Außerfernerin gekannt hatte und deshalb dem Prozess am 13. Juni auch unbedingt beiwohnen wollte. Mit dem Sonnenaufgang strömten dann immer mehr Menschen ans Innsbrucker Landesgericht.

Kurz vor vier Uhr auch jener Kufsteiner, der schon letztes Jahr Karten für den Goldmord-Prozess ergattern wollte. Letztes Jahr kam er knapp zu spät, heuer hat es für den Unterländer geklappt.

Nicht alle Wartenden behielten nach stundenlangem Warten die Nerven. Diverse Vordrängversuche verpufften bei der Gerichtsöffnung um Punkt 8.00 Uhr jedoch spätestens an der vollgepferchten Eingangsschleuse. Eile war geboten, Glück vonnöten: Schließlich wurden nur insgesamt 70 Saalkarten – meist zu zwei Stück – ausgegeben.

Landesgericht-Vizepräsident Stutter: „Der Saal fasst zwar an die 130 Personen, die restlichen Plätze wurden jedoch selbstverständlich für die Angehörigen des Opfers und auch für rund 40 Medienvertreter reserviert.“

Ein Wachorgan nach dem großen Ansturm: „Viele Wartende wollten es einfach nicht glauben, dass sie keine der Platzkarten ergattern konnten. Die Enttäuschung war da bei einigen groß.“

Kartenbesitzer erwartet in zehn Tagen ein ganztägiger Schwurgerichtsprozess, der noch am Abend mit einem Urteil der Geschworenen enden sollte. Richter Norbert Hofer sitzt dem Schwurgerichtshof vor. Für Spannung sorgt schon jetzt das psychiatrische Gutachten über den 24-jährigen Angeklagten. Ihm drohen lebenslange Haft und eine Anstaltseinweisung.

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