Tirol Milch legte zu, 30 Millionen für Käsewerk
Die oberösterreichische Berglandmilch will nach der Großinvestition in Wörgl den Export ankurbeln.
Wörgl – Gut drei Jahre nach der Fusion der Tirol Milch mit der oberösterreichischen Berglandmilch wurde am Standort in Wörgl kräftig investiert. 30 Mio. Euro flossen in eine neue, erweiterte Käserei. „Es war die größte Einzelinvestition der Bergland Milch in den vergangenen zwei Jahren“, betonte Berglandmilch-Generaldirektor Josef Braunshofer. Seit Mitte Mai ist die neue Käserei in Vollbetrieb. Dadurch konnte die Kapazität der Käseherstellung in Wörgl auf knapp 30.000 Tonnen pro Jahr verdreifacht werden. Damit ist das Käsewerk in Wörgl nach jenem im oberösterreichischen Feldkirchen die Nummer zwei unter Österreichs Käsereien.
Braunshofer sagte, das Unternehmen habe seinen Marktanteil in Tirol ausbauen können. Bei Frischware, Butter und Käse habe es Zuwächse gegeben, beim Joghurt sei man stabil geblieben. „Wir haben an der Qualität gearbeitet und meiner subjektiven Einschätzung zufolge ist sie besser geworden“, sagte Braunshofer. Er deutete an, dass man sich künftig bessere Preise erhoffe. „Es wird keine Preisbotschaft von uns geben, nur eine Qualitätsbotschaft.“ Unveredelte Tiroler Versandmilch existiere nicht mehr.
Laut Braunshofer beliefern aktuell 3200 Bauern aus Tirol die Bergland-Werke. Vor drei Jahren waren es noch 3800 Bauern, die 220 Millionen Kilo Milch angeliefert hatten. „Knapp 80 Prozent der Tiroler Bauern liefern an uns“, betonte Braunshofer. Dass rund 190 Landwirte des Wipp- und Stubaitales der Berglandmilch den Rücken kehrten und nun den Milchhof Sterzing in Südtirol beliefern, bewertete Braunshofer mit knappen Worten: „Jeder Lieferant, der geht, schmerzt.“ Darum gelte es umso mehr, die anderen zu überzeugen, dass sie bei der Berglandmilch an der richtigen Stelle seien, meinte Braunshofer.
Die Molkerei-Gruppe will heuer 900 Mio. Euro Umsatz erwirtschaften und damit gleich viel wie 2013. Den Umsatz für die Tirol Milch mit ihren Werken in Tirol und Lienz weist Bergland nicht mehr gesondert aus. Einen stärkeren Fokus will das Unternehmen künftig auf Drittlandsmärkte legen. China ist ebenso im Visier wie Nordafrika, Amerika oder der ferne Osten. Vor allem Tiroler Bergkäse soll im Export stärker punkten. Geplant sind auch kleinere Verpackungsgrößen. Die Berglandmilch beschäftigt in 13 Betriebsstätten 1600 Mitarbeiter. In Wörgl sind es 290 Beschäftigte, in Lienz rund 20 – weitgehend stabile Werte. Weiter expandieren will Bergland nicht: „Die Fusion mit der Tirol Milch war spannend genug. Unser Hunger ist gestillt.“ (wer)
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