EU

Ein dickes Kuchenstück der EU

© Wenzel

Die Nachbarregionen Bezirk Landeck und Vinschgau dürften mit bis zu vier Mio. Euro an Fördermitteln aus dem neuen Interregprogramm Österreich-Italien rechnen. Bisher lag das Projektvolumen bei 660.000 Euro.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Erfreuliche Neuigkeiten finanzieller Natur waren am Dienstag beim Treffen des Terra-Raetica-Rates im Haus der Bezirkshauptmannschaft Landeck zu hören. Das Gremium mit Ratspräsident BH Markus Maaß an der Spitze sowie mit dem Regionalmanagement regioL mit Geschäftsführer Gerald Jochum gab Ausblicke zur neuen EU-Förderperiode 2014 bis 2020.

Jenseits vom Fachchinesisch aus Brüssel hat Jochum für den Bezirk Landeck zusammengefasst: „In der letzten Förderperiode hat die Region Kleinprojekte mit einem Volumen von 660.000 Euro realisiert. In der neuen Periode können die Regionen Landeck und Vinschgau bis vier Millionen Euro aus dem Interreg-Programm Italien-Österreich abholen.“ Neu ist, dass die Mittel aus dem sogenannten CLLD-Fonds direkt zugeteilt werden – an vier Regionen vom Oberland bis Kärnten, die an Italien grenzen und gemeinsame Projekt­initiativen starten sollen.

Das Kürzel „CLLD“ taucht derzeit in unzähligen Dokumenten der EU auf. Es steht für „Community Led Local Development“, sinngemäß übersetzt geht es um „lokale Entwicklung unter der Federführung der Bevölkerung“, für Mitverantwortung und Entscheidungskompetenz der Regionen.

Was genau die beiden Nachbarn Landeck und Vinsch-gau mit den Fördermitteln machen (dürfen), steht noch nicht fest. Zunächst ist Hirnschmalz diesseits und jenseits des Reschen für Projektideen gefragt. „Mitte 2015 wird der Interreg-Rat dann entscheiden, was umgesetzt wird“, weiß Maaß, „es geht auch darum, eine gemeinsame lokale Strategie zu entwickeln. Wenn die Strategie feststeht, dann lässt sich auch das eine oder andere Projekt ableiten.“ Erfreulich sei, „dass wir künftig mehr Geld für Initialzündungen und Starthilfen in der Region haben“, sagte der Ratspräsident.

Mit Geldern aus dem neuen CLLD-Fonds sollen kleine und mittelgroße Projekte gefördert werden, erläuterte Christian Stampfer vom Amt der Tiroler Landesregierung, zuständig für das Interreg-Programm Italien-Österreich. „Unabhängig davon sind weiterhin auch große Projekte machbar.“ Bei der Geldverteilung unter den vier Interreg-Regionen gelte eine Spielregel: „Aktive, engagierte Regionen bekommen mehr.“ Im nächsten Atemzug streute Stampfer Rosen: „Landeck ist die professionellste Region.“

Eine mehrjährige Kulturbaustelle wie die Restaurierung der Festungsanlage von Altfinstermünz sei derzeit allerdings nicht in Sicht. In das Großprojekt flossen mehr als eine Million Euro an EU-Mitteln. „Da müsste es zwei historische Objekte in Grenznähe geben, damit so etwas wieder gemacht werden könnte“, bemerkte Jochum.

Trotzdem gibt es bereits touristische Wunschprojekte, etwa in der Reschenregion. „Wir arbeiten an einem grenzüberschreitenden Mountainbike-Konzept. Ohne attraktive Abfahrtsstrecken kann niemand den Wettbewerb der Destinationen bestehen“, schilderte Koordinatorin Waltraud Handle. 60 Prozent der Mittel für die Konzept-Kosten von 11.328 Euro kommen aus dem Kleinprojektefonds. „Die Umsetzung dieses Konzepts könnte Thema für ein großes Interreg-Projekt werden“, sagte Handle.

Für Sie im Bezirk Landeck unterwegs:

Matthias Reichle

Matthias Reichle

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