Bergrettung rät Kletterern: Kein Abseilen mehr an „Sauschwänzen“
Nach schweren Kletterunfällen wurden „Sauschwänze“ von der Bergrettung Tirol und vom Kuratorium für alpine Sicherheit (KURASI) genauer getestet. Fazit und dringende Empfehlung: „Nicht mehr Abseilen von solchen Punkten.“
Innsbruck - Bei sogenannten „Sauschwänzen“ zum schnellen Einhängen des Seils gibt es große Gefahren, wenn sie zum Abseilen verwendet werden, warnte am Mittwoch die Bergrettung Tirol. Diese Stahlbügel seien ursprünglich als Umlenk-Punkte für Top-Rope-Sicherungen konstruiert worden. Sie sollten künftig ausschließlich für diesen Zweck verwendet werden – und nicht zum Abseilen.
„Wenn nämlich beim Abseilen zwischendurch das Seil entlastet oder dessen Position seitlich verändert wird, dann drohen Abstürze. Im ‚Sauschwanz‘ kann das elastische Bergseil bei Entlastung relativ leicht nach oben hin herausrutschen.“ Das hätten neueste Tests der Tiroler Bergrettung (ÖBRD Tirol) und des Kuratoriums für alpine Sicherheit (KURASI) gezeigt. Einige schwere Unfälle beim Abseilen könnten auf diese Zusammenhänge zurückzuführen sein, heißt es.
Ausbildungschef Peter Veider von der Tiroler Bergrettung empfiehlt als Sofortmaßnahme dringend, dass „Sauschwänze“ nicht mehr zum Abseilen verwendet werden: „Tausende Kletterer tun das bisher.“ Veider rät, dass künftig wieder auf die klassischen Abseilringe zurückgegriffen werden sollte – auch bei der Einrichtung von Abseilpisten. Für Top-Rope-Sicherungen und passives Abseilen (über Top-Rope) empfehlen die Experten, dass bei „Sauschwänzen“ ab sofort immer redundante Zweitsicherungen über Expressschlingen oder Ball-Lock-Karabiner eingebaut werden sollten. (TT.com)
"Sauschwänze" im Test
Video 1
14:39 Uhr
Beitrag von Österreichischer Bergrettungsdienst Bundesverband.
Video 2
14:40 Uhr
Beitrag von Österreichischer Bergrettungsdienst Bundesverband.
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