Vom kleinen Büro zu riesigen Fertigungshallen
Die Oberflächenbeschichtung für Autoinnenräume boomt: Die Firma 3con in Ebbs muss nach dem Neubau schon wieder expandieren.
Von Michael Mader
Ebbs –Außerhalb der Autoindustrie ist die Firma 3con nicht sehr bekannt, im Bereich der Konstruktion und Fertigung von so genannten Kaschierwerkzeugen streben sie nun sogar die Marktführerschaft an. „Mit Kaschierwerkzeugen werden beispielsweise Lederoberflächen oder Kunststoffoberflächen faltenfrei auf die Innenverkleidung von Autotüren gebracht“, erklärte Geschäftsführer Hannes Auer gestern in Ebbs.
Nachdem ständig neue Automodelle auf den Markt kommen und Unterbaureihen entwickelt werden, sind die Beschichtungen aus Ebbs sehr gefragt. So sehr, dass aus dem kleinen Büro, in dem Auer im Jahre 1998 in Oberaudorf (Bayern) angefangen hat, ein Fertigungs- und Innovationszentrum mit einer Gesamtfläche von 3700 Quadratmetern in Ebbs geworden ist. Die Halle wurde erst im Dezember 2013 fertiggestellt, doch schon ist wieder zu wenig Platz. So legten Auer und seine beiden Prokuristen Daniel Schöpf und Christian Mayr die Eröffnungsfeier des Neubaus gleich mit dem Spatenstich der neuen Produktionshalle zusammen.
„Wir haben zudem Standorte in Bayern, in Nordamerika und in China und wollen auch noch in den Bereich Schäumen und Naturfaserträger einsteigen“, umreißt Auer die Zukunft. Bis zum Jahr 2015 soll in Ebbs der Endausbau mit 200 Mitarbeitern und einem Umsatz von 60 Millionen Euro im Jahr erreicht werden. Dafür werden in den Zubau 3,2 Millionen Euro investiert.
Mittelfristig strebt die Firma 3con einen Umsatz von 100 Millionen Euro im Jahr und 350 Mitarbeiter an. Auch in Bayern wurde erst vor Kurzem ein Grundstück mit einer Fläche von 20.000 Quadratmetern erstanden.
„Unsere weltweiten Kunden sagen uns, dass wir eine der innovativsten sind. Deshalb müssen wir in Zukunft Lehrlinge ausbilden“, erklärte Schöpf. Nicht nur die Fertigungsanlagen selbst, sondern „auch die Software für die Maschinen wird von unseren eigenen Mitarbeitern entwickelt“, merkte Auer an. Mayr bekräftigte, dass die Firma 3con die meisten Materialien aus der Region beziehe und ständig auf neue Entwicklungen der Autoindustrie reagieren müsse. Mayr: „Da müssen wir sehr sportlich sein.“ Von der Anlieferung des neuen Teils über die Entwicklung, den Anlagenbau bis zur Fertigung vergehen oft nur 20 Wochen.