Reitsport

Schindlhof ist Amerikanern eine teure Reise wert

Im Reitsport ist vieles eine Frage des Geldes. Worüber auch die weit angereisten Amerikaner beim Dressurturnier in Fritzens nicht gerne reden.

Von Susann Frank

Fritzens –Die Reiter machen ein großes Geheimnis daraus. Ganz nach dem Motto: „Über Geld spricht man nicht“, steht man vor verschlossenen Türen mit der Frage, wie hoch der monatliche Aufwand pro Pferd sei, um bei einem internationalen Turnier wie bei dem derzeitigen am Schindlhof in Fritzens dabei zu sein.

Es ist nun einmal ein sehr teurer Sport. Glücklich können sich die schätzen, denen der Aufenthalt vom Verband gezahlt wird. Wie die acht Sportler aus den USA. Mit Trainern und Betreuern zählt die Delegation über 30 Köpfe, zehn Pferde hatten sie im Transporter von Belgien kommend. Dort haben die Amerikaner seit zwei Wochen ihren Übergangsstützpunkt während ihrer Europa-Tournee, die erst nach der WM Anfang September endet.

Wie hoch ihr Budget ist? Das will die Managerin nicht verraten. Die Flugkosten lägen pro Pferd mit Ausrüstung bei bis zu 8800 Euro. Der Flug für die Mitwirkenden nicht inbegriffen (um die 500 Euro). Dazu gesellen sich die Kosten für den Transport zum Turnier, die Unterkunft und Verpflegungskosten für Tier und Mensch.

In Fritzens reihen sich derzeit die Luxus-Transporter (mit Platz für mehrere Pferde und Wohnabteil) aneinander. Grundpreis? An die 200.000 Euro. Aber auch eine halbe Million wechselt dafür schon einmal den Besitzer. 500.000 Euro sind auch der Minimumpreis für ein Grand-Prix-Elitepferd. Und die Ausrüstung? Nur zwei Beispiele: Alleine die Kopfbedeckung (Zylinder) kann bis zu 3000 Euro kosten. Ein Reitsattel fängt bei diesem Betrag erst an.

„Ich bin froh, dass der Verband alle Kosten übernimmt“, sagte Steffen Peters. Der Amerikaner gewann gestern mit seinem Nachwuchspferd Rosamunde die erste Prüfung des Turniers (Prix St. Georges). Den Grand Prix am Nachmittag entschied Österreichs Aushängeschild Vici Max-Theurer für sich. Berufsreiter Peters bildet selbst aus, unterhält ein Gestüt in San Diego mit 65 Pferden und hat Sponsoren, die ihm Pferde wie Rosamunde zur Verfügung stellen.

Die Anreise seiner zwei Pferde an den Schindlhof? Mit dem Transporter nach Los Angeles. Per Flieger erst nach New York, von dort nach Amsterdam. Dann mit dem Transporter nach Belgien und jetzt nach Tirol. „Ich habe diese Anlage immer nur auf Fotos gesehen und wollte schon immer einmal her“, sagte der Olympia-Dritte von 1996. Wie gut es Peters dort gefällt, wie herzlich er sich aufgenommen fühlt, daraus machte der 49-Jährige schon vor seinem Sieg kein Geheimnis.