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Deutsche Exporteure setzen Serie schwacher Konjunkturdaten fort

Berlin (APA/Reuters) - Die Serie enttäuschender Konjunkturdaten aus Deutschland reißt nicht ab: Nach Produktion, Industrieaufträgen und Einz...

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Berlin (APA/Reuters) - Die Serie enttäuschender Konjunkturdaten aus Deutschland reißt nicht ab: Nach Produktion, Industrieaufträgen und Einzelhandelsumsatz schrumpften im Mai auch die Exporte überraschend. Sie gingen um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück und damit fast viermal so stark wie erwartet, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

Im April hatte es dagegen noch ein Wachstum von 2,6 Prozent gegeben. „Die Exporterholung verläuft holprig“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier.

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Grund dafür ist vor allem der schwächelnde Weltwirtschaft. „Die Konjunkturerholung in den Schwellenländern ist weitgehend kraftlos“, sagte Treier. „Und der Aufwärtstrend in der Eurozone ist noch zu schwach, um das Gesamtbild nachhaltig aufzuhellen.“ Hinzu komme der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der in diesem Jahr allein ein halbes Prozentpunkt Exportwachstum kosten dürfte.

Ökonomen machen für den schwachen Mai aber auch einen Kalendereffekt mitverantwortlich. „Der Brückentag nach dem 1. Mai dürfte die Exportaktivität belastet haben“, sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees. Auch die ungewöhnlich späten Osterfeiertage könnten sich negativ ausgewirkt haben, sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank.

Besser fällt die Ausfuhrbilanz im Vergleich zum Vorjahr aus: Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 92,0 Mrd. Euro ins Ausland und damit 4,3 Prozent mehr als im Mai 2013. Die Exporte in die EU-Länder, die nicht Teil der Eurozone sind, legten mit 9,4 Prozent am stärksten zu. Dazu gehören etwa Großbritannien und osteuropäische Staaten wie Polen. Die Ausfuhren in die Eurozone wuchsen um 4,2 Prozent. Die Exporte außerhalb der EU - etwa in die USA, aber auch in große Schwellenländer wie China und Russland - stiegen um 2,1 Prozent.

Von Jänner bis Mai übertrafen die Exporte ihr Vorjahresniveau um 2,6 Prozent. Der Branchenverband BGA rechnet im Gesamtjahr mit einem Wachstum von 3 Prozent, nachdem die Ausfuhren 2013 noch leicht geschrumpft waren. „Die zähe Entwicklung dürfte noch einige Monate anhalten“, sagte DIHK-Experte Treier mit Blick auf die schwache Weltkonjunktur. „Ende 2014 dürfte es dann besser laufen.“

Die Importe fielen im Mai um 3,4 Prozent zum Vormonat und damit so kräftig wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Analysten hatten hier ein Plus von 0,5 Prozent erwartet. Der Handelsüberschuss - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - lag saison- und kalenderbereinigt bei 18,8 Mrd. Euro. Er fiel damit um fast 2,5 Mrd. Euro größer aus als erwartet.


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