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Benko soll um Karstadt rittern

Nach den Filetstücken von Karstadt könnte der Tiroler René Benko auch die Mehrheit am Handelsriesen übernehmen. Verhandlungen sollen laufen. Signa: kein Kommentar.

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Innsbruck, Berlin –Der Tiroler Investor René Benko könnte sich den deutschen Handelsriesen Karstadt ganz einverleiben wollen. Die Mehrheit an dem schwer angeschlagenen Unternehmen könnte für nur einen Euro an den Tiroler gehen, berichten deutsche Medien. Der Hintergrund: Anfang der Woche hatte die neue Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt nach nur fünf Monaten unerwartet das Handtuch geworfen – mangels Unterstützung vom Eigentümer Nicolas Berggruen bei der Sanierung der Warenhäuser. Sie wollte vor allem die Online-Aktivitäten ausbauen und zugleich das Geschäft stärker auf die lokale Nachfrage der Kunden ausrichten, berichten deutsche Medien.

Berggruen soll nun mit dem Tiroler Signa-Chef darüber verhandeln, Karstadt mehrheitlich abzugeben. Die Signa wollte dies gestern weder bestätigen noch dementieren. „Zu Gerüchten und Spekulationen gibt die Signa keine Stellungnahme ab“, erklärte der Sprecher der Immobiliengruppe Robert Leingruber gegenüber der TT.

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Konkret soll es einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge um die Veräußerung von 83 Warenhäusern gehen. Diese liegen zu einem überwiegenden Teil in bester zentraler Lage deutscher Städte. Das macht sie für Immobilieninvestoren interessant. Benko und sein israelischer Partner Beni Steinmetz, ein Diamanten-Milliardär, hätten indirekt eine Option, jederzeit gut 75 Prozent der 83 verlustträchtigen Warenhäuser zum Preis von einem Euro zu übernehmen, berichteten zuletzt das Handelsblatt und die Welt.

Benko gehören bereits einige Perlen des Karstadt-Imperiums – darunter die drei Nobel-Kaufhäuser KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München sowie die lukrativen Karstadt-Sport-Filialen, die er sich mit Steinmetz teilt. Gemeinsam kontrollieren sie gut 75 %. Zu dem Paket gehören auch 21 Warenhaus-Immobilien. Ein Karstadt-Gebäude in bester Lage hat Benko kürzlich bereits wieder zu Geld gemacht. Einem Bericht der Immobilienzeitung zufolge verkaufte die Signa das Karstadt Sporthaus in Hamburg unlängst für „deutlich über 110 Mio. Euro“.

Karstadt schreibt seit Jahren rote Zahlen. Im Geschäftsjahr 2011/12 fielen Verluste in Höhe von 158 Mio. Euro an und Medienberichten zufolge soll die 17.000-Mitarbeiter-Kette auch 2012/13 die Trendwende nicht geschafft haben. Berggruen hatte den Konzern 2010 zum symbolischen Preis von einem Euro übernommen. Die besten Teile des defizitären Konzerns hat der amerikanisch-deutsche Milliardär inwischen verkauft. Das traditionelle Warenhausgeschäft, das er noch über hat, braucht spätestens für den Weihnachtseinkauf im Herbst Geld.

Eine immer wieder ins Spiel gebrachte Kaufhaus-Allianz mit dem zu Metro gehörenden Konkurrenten Kaufhof soll indes kein Thema sein. Metro-Chef Olaf Koch hat bereits abgewunken. Zur Erinnerung: Benko hatte sich vor Karstadt zunächst dem Konkurrenten Kaufhof zugewandt. 2011 ritterte er um die Übernahme, doch Metro legte die Verkaufsverhandlungen 2012 auf Eis. (wer, APA)


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