Mit Teamgeist und Bodenhaftung zum vierten Stern über dem Logo
Fünf womöglich entscheidende Argumente, die im heutigen WM-Finale gegen Argentinien und für Deutschland sprechen.
Von Wolfgang Müller
1 Tormann-Libero: Manuel Neuer ist eine Wand, glänzt mit Reflexen, strotzt vor Selbstvertrauen, ist stets hellwach und ist zudem noch der zwölfte Feldspieler. Seine Vorderleute können sich auf ihren Tormann-Libero verlassen. Der 28-Jährige ist in der Form seines Lebens und kann in jedem Spiel den Unterschied ausmachen. „Seine besten Jahre kommen erst noch“, streute Jens Lehmann seinem Nachfolger Rosen vor dem Finale und legte gleich nach: „Er kann der beste deutsche Tormann der Geschichte werden. Erst recht, wenn er Weltmeister wird und weiter an sich arbeitet.“
2Standards: Enge Spiele werden durch Standardsituationen entschieden. Nichts Neues und doch muss man sich diese Stärke erarbeiten. Deutschland hat seine Hausaufgaben gemacht. Toni Kroos ist der unumschränkte Chef des ruhenden Balles und ein Mats Hummels zum Beispiel ein stets gefährlicher Verwerter.
3 Die wilde 13: Gestattten Thomas Müller – kein Muskelpaket, aber bissig und hungrig wie ein Werwolf. Der „Spargeltarzan“ ist im Sturmzentrum omnipräsent, frisst Kilometer und hat so wie bei der WM in Südafrika erneut die Torjägerkrone im Visier. Ein Typ, der für dieses Team mit Gold nicht aufzuwiegen ist.
4Teamgeist: Elf Freunde müsst ihr sein – das war irgendwann einmal. Aber als Kollektiv muss das Gefüge funktionieren. Jogi Löw hat es wieder einmal geschafft, seinen Kader zu einer Einheit zusammenzuschweißen. Auch die Banksitzer gehören dazu. „Mich interessiert nur, dass das Team erfolgreich ist und wir das Ding endlich in die Höhe stemmen“, setzt auch Miro Klose auf den Teamgeist.
5Bodenhaftung: Dem 7:1 im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien zum Trotz war von Abheben bei den DFB-Stars keine Spur. Ganz im Gegenteil, es wurde mit dem Schlusspfiff der Fokus sofort auf das Finale gelegt. „Der große Wurf kann gelingen. Aber nur, wenn wir uns auf das 7:1 gegen Brasilien nicht allzu viel einbilden“, hielt auch Innenverteidiger Mats Hummels den Ball flach. Was Teamchef Löw nur recht war. „Wir haben das richtige Maß an Selbstbewusstsein, wir haben Respekt, aber keine Angst. Wenn wir unsere Qualität durchbringen können, dann werden wir dieses Spiel gewinnen“, erklärte der 54-Jährige gestern.
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