Entgeltliche Einschaltung

Nur jede dritte Firma wird älter als zehn

Dass Firmen zu Dumpingpreisen anbieten und keine Sozialabgaben zahlen, ist laut AKV-Expertin Schumacher keine Ausnahme.

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Die Zahl der Baupleiten in Tirol hat heuer zugenommen.Foto: Keystone
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Innsbruck –Während in vielen Branchen die Firmenpleiten heuer zurückgingen, haben die Konkurse am Tiroler Bau zugelegt. Laut Zahlen des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV) wurden im ersten Halbjahr 27 Bau-Insolvenzen eröffnet, im Halbjahr 2013 waren es in der Baubranche 25. Dass Firmen gegründet werden, um kurz darauf pleitezugehen, „kommt in Tirol regelmäßig vor“, sagt Tirols AKV-Insolvenzexpertin Johanna Schumacher. „Es werden etwa Firmen gegründet, die zu Dumpingpreisen anbieten, Beiträge für Sozialkassen nicht zahlen und dann im zweiten Jahr in Konkurs gehen“, schildert Schumacher. Laut AKV überleben quer durch alle Branchen rund 60 % der neu gegründeten Unternehmen die ersten fünf Jahre und nur 35 % die ersten zehn Jahre.

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Als häufigste Pleitegründe am Bau gelten etwa Folgeinsolvenzen aufgrund anderer Pleitefirmen, kaufmännisches Unvermögen, Krankheit oder fehlendes Mangelbewusstsein. Überrascht ist die Konkursexpertin, dass bereits so genannte „GmbH lights“ pleitegingen. „Ich war erstaunt, wie schnell das geht“, sagt Schumacher. Schließlich wurden erst im Vorjahr solche Firmengründungen mit nur 10.000 Euro Stammkapital ermöglicht. Mittlerweile wurde die viel kritisierte „GmbH light“ geändert. Neugründer müssen ihr Stammkapital binnen zehn Jahren auf 35.000 Euro aufstocken. „Diese Frist ist zu lang, wenn man bedenkt, dass nur 35 % aller Neugründungen die ersten zehn Jahre überhaupt überleben“, sagt Schumacher: „Besser wäre es, die Frist auf drei Jahre zu verkürzen.“ (mas)

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