Windstrom in Diesel umwandeln: Burgenländer erforschen Verfahren

Güssing (APA) - Im Burgenland wird künftig an der Entwicklung eines Verfahrens gearbeitet, mit dem man überschüssigen Windstrom in Diesel um...

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Güssing (APA) - Im Burgenland wird künftig an der Entwicklung eines Verfahrens gearbeitet, mit dem man überschüssigen Windstrom in Diesel umwandeln kann. Ein Projektkonsortium unter Führung des ACR-Instituts Güssing Energy Technologies hat nun vom Klima- und Energiefonds den Förderzuschlag erhalten, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Im Jahr 2020 könnte die erste Winddiesel-Anlage errichtet werden.

„Es ist eine frühe Entwicklungsphase, die Versuche werden im Technikum Güssing durchgeführt“, erklärte Geschäftsführer Richard Zweiler im APA-Gespräch. Das Besondere bzw. Neue auf diesem Gebiet sei, dass für kleinere Anlagen entwickelt werde und man sich auf Biomasse spezialisiere. Mit dem Projekt werde der Kreis innerhalb der burgenländischen Forschung geschlossen. Windkraft im Norden und Biomasse im Süden arbeiteten ab jetzt gemeinsam an einer Lösung, die weltweit führend sein werde.

Derzeit produzieren die 183 Windenergieanlagen der Energie Burgenland 800 Mio. kWh pro Jahr an elektrischer Energie. Würde man etwa 30 Prozent davon in Überschusszeiten dazu nutzen, um Diesel zu erzeugen, könnten pro Jahr 25 Mio. Liter Diesel aus Wind produziert werden, hieß es in einer Aussendung.

Das Burgenland als Land mit der bundesweit höchsten Pkw-Dichte und der höchsten durchschnittlichen Kilometerleistung pro Jahr, könnte damit den Anteil an erneuerbaren Energieträgern im Verkehr von derzeit 7 auf 40 Prozent erhöhen. Dies werde laut dem Unternehmen möglich, weil die Vergasungsanlage 7.500 Stunden im Jahr in Betrieb sei und mit der angeschlossenen Fischer-Tropsch-Anlage zusätzlich die dreifache Menge an Diesel erzeuge, die aus Windenergie gewonnen werden könne. „Damit können alle 105.000 Diesel-Pkw des Burgenlandes völlig CO2-neutral betrieben werden“, erläuterte Zweiler.

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Nun sei man mit dem Förderzuschlag am Start, gegen Ende, in zweieinhalb Jahren werde man einen Business-Plan haben, sagte der Geschäftsführer. Eventuell brauche man zwei Jahre länger, erklärte er. Zu den nächsten Schritten gehöre die Weiterentwicklung des Fischer-Tropsch-Dieselreaktors in Laborversuchen, um die Einspeisung von Wasserstoff aus Windenergie zu ermöglichen. Weiters müssen man umfangreiche Simulationsmodelle erstellen und die Kosten einer Großanlage abschätzen, um die Wirtschaftlichkeit des neuen Verfahrens zu berechnen. Parallel dazu werde ein möglicher Anlagenstandort im Burgenland gesucht, um mit den dort herrschenden Rahmenbedingungen zu bestimmen, ob eine Winddiesel-Anlage errichtet werden kann.

Das Gesamtbudget beträgt 844.290 Euro. 80 Prozent davon werden vom Klima- und Energiefonds übernommen. Die verbleibenden 168.858 Euro investieren die beiden Partner Güssing Energy Technologies (103.251 Euro) und Repotec GmbH.


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