E-Werke Reutte gehen in die Offensive für mehr E-Autos

Zwei Elektroautos werden bis Ende des Jahres jeweils eine Woche kostenlos an Außerferner Unternehmen und Institutionen verliehen.

Von Alexander Paschinger

Reutte –„Nachhaltige Elektromobilität wäre ein weiterer Schritt hin zu einer touristischen Positionierung als Naturparkregion“, meinte der Geschäftsführer der Regionalentwicklung Außerfern (REA), Günter Salchner, als er die Fahrzeugschlüssel in die Hand gedrückt bekam. Eine Testwoche später ist er noch immer begeistert. „So ein Fahrzeug wäre für uns in der REA absolut ein Thema – sofern der Vorstand dem zustimmen würde.“

Es sind die E-Werke Reutte, die derzeit das Thema forcieren. Vor allem für Unternehmen, weil es für diese auch eine entsprechende Förderung in der Höhe von bis zu 4400 Euro geben würde. Zwei Elektrofahrzeuge, die eigentlich nur durch ihre geräusch- und abgasfreie Technologie im Straßenverkehr auffallen, werden je eine Woche lang an Außerferner Unternehmen und Institutionen verliehen. „Es gibt schon eine gewisse Warteliste“, erklärt Florian Klotz von der Holding AG, der das Projekt „RE:load“ entwickelt hat. Zwei bis vier Wochen müsse man auf ein Leihfahrzeug warten, „fünf, sechs Betriebe und Institutionen haben schon getestet“. Das Leihen ist kostenlos, allein die Bewertung mit einem Fragebogen ist verpflichtend. Ab Herbst gibt es dazu beim EW-Center ein Carport samt „E-Tankstelle“, die zumindest heuer gratis Energie anbietet.

Für den privaten Bereich ist die Aktion nicht gedacht. Das sei wohl noch eine Fahrzeuggeneration, sprich ein bis zwei Jahre, zu früh, meint Klotz. Man arbeite an Gesamtpaketen mit Photovoltaik-Ladestationen und Energiespeicherung für daheim.

Preislich, so Klotz, stehe die Elektromobilität jedenfalls gut da. Ein Dieselfahrzeug koste auf 100 Kilometer rund sieben Euro, das E-Auto „ein bis zwei Euro“.

Salchner wiederum hat sein Testfahrzeug als verlässliches Auto kennengelernt, das sich im Einsatz problemlos bewährt habe – „auch hinauf über den Gaichtpass ins Tannheim“.

In diesem Zusammenhang war in den vergangenen Wochen auch die Landtagsabgeordnete Andrea Haselwanter-Schneider im Land unterwegs. Die Liste Fritz regte eine Förderung auch für Privatpersonen an. Vor allem für Pendler wäre die Elektromobilität interessant. Als besonders betroffene und damit geeignete Bezirke wurden von Haselwanter-Schneider neben Reutte auch Innsbruck-Land, Schwaz und Kufstein genannt. Tirol ist nach Recherche der Liste Fritz mit 87 zugelassenen E-Autos Ende 2013 an vorletzter Stelle in Österreich.

Klotz, der im gesamten Versorgungsgebiet der E-Werke Reutte aktiv ist, spricht von einer „Verdoppelung“ der Kundenanzahl binnen drei Monaten. Im Außerfern sind laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zwei Fahrzeuge im Einsatz. „Wir sind aber auch in Füssen und Pfronten aktiv“, so Klotz – was inzwischen 15 Elektroautos bedeutet. Ladestationen findet man als App auf www.ich-tanke-strom.com/, Infos auch unter www.ewr-energie.com.


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