Eltern sollten Taferlklassler bereits auf den Schulweg vorbereiten

Wien (APA) - Die Sommerferien gehen in wenigen Wochen zu Ende und langsam wird es Zeit, mit den Taferlklasslern den Schulweg zu üben, so die...

Wien (APA) - Die Sommerferien gehen in wenigen Wochen zu Ende und langsam wird es Zeit, mit den Taferlklasslern den Schulweg zu üben, so die AUVA-Landesstelle Wien. Je besser sie die Route kennen, umso geringer ist das Risiko, Opfer eines Unfalls zu werden, hieß es am Montag in einer Aussendung.

„In jüngster Zeit bemerken wir immer häufiger ein für Kinder sehr gefährliches Phänomen: Eltern, die ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer führen wollen. Was sie dabei übersehen: So kann der Nachwuchs nie lernen, Geschwindigkeit und Gefahren im Verkehr richtig einzuschätzen und richtig zu reagieren. Diese Kinder leben mit einer erhöhten Unfallgefahr, wenn sie sich einmal allein zu Recht finden müssen“, meint Bernd Toplak, stellvertretender Leiter Prävention der AUVA-Landesstelle Wien.

Schulpräventionsexpertin Judith Wölfl hat noch weitere Tipps:

- Die sicherste Route immer gemeinsam mit den Kindern festlegen und einüben. Als Faustregel gilt: einen leichten, kurzen Weg mindestens drei- bis viermal, einen langen schwierigen Weg mindestens an zehn verschiedenen Tagen abgehen.

- Möglichst sichere Übergänge suchen - selbst wenn das einige Meter mehr bedeutet. Ideal sind Überquerungen mit Ampelregelung sowie Sicherung durch Exekutive oder Schülerlotsen.

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- An unübersichtlichen Stellen, ungeregelten Kreuzungen, zwischen parkenden Fahrzeugen und Sträuchern, vor Kurven oder Kuppen - wo immer Kinder schlecht gesehen werden - sie nicht überqueren lassen.

- Bei Fußgängerampeln gilt, Grün allein reicht nicht: Immer nach beiden Seiten schauen und auf Abbieger achten. Druckknopfampeln haben lange Wartezeiten, Kinder fällt es oft schwer, längere Zeit stillzuhalten - bitte hier die Zeitverzögerung erklären und wie Ampeln funktionieren.

- Auch bei wenig Verkehr grundsätzlich erst an der Gehsteigkante anhalten und sich dann nach links, rechts und wieder links orientieren!

- Besonderes Augenmerk gilt dem Zebrastreifen: Leider sind die weißen Streifen kein Garant für Sicherheit. Hier müssen alle immer zuerst stehen bleiben. Erst losgehen, wenn die Straße frei ist oder die Fahrzeuge tatsächlich angehalten haben.

- Bitte auch das richtige Verhalten bei Bus und Straßenbahn üben: An den Haltestellen nicht toben und drängeln, immer auf ausreichenden Abstand zum Straßenrand achten, warten bis Bus oder Bim in der Haltestelle stehen und erst dann losgehen. Beim Aussteigen immer erst abwarten, bis der Bus wieder abgefahren ist, bevor der Weg fortgesetzt wird.

- In den ersten Wochen sollte man die Kinder noch begleiten, damit sie am Vorbild der Eltern mehr Erfahrung sammeln können. Später ist es ratsam, hin und wieder aus der Distanz zu beobachten, wie sich das Kind verhält - zum Beispiel mit Klassenkameraden in der Gruppe. Das hilft, weitere Gefahren zu vermeiden.

- Scooter und Roller werden immer häufiger für den Schulweg benutzt. Dafür gibt es auch einige Regeln. Kinder dürfen mit dem Scooter erst ab zwölf Jahren allein im Straßenverkehr unterwegs sein, mit Radfahrausweis bereits mit zehn Jahren. Kinder unter dieser Altersgrenze sind von einer mindestens 16-jährigen Begleitung zu beaufsichtigen. Das Fahren ist auf Gehsteigen und -wegen, auf kombinierten Geh- und Radwegen und in Wohn- und Spielstraßen erlaubt.

- Eltern sind ihrem Kind immer ein Vorbild! Das gilt sowohl im Auto als auch als Fußgänger. Auch wenn es manchmal knapp wird: Im Straßenverkehr heißt es, Ruhe bewahren und alle Vorschriften beachten. Denn wenn Mama oder Papa „ausnahmsweise“ bei Rot über die Straße gehen, wird sich das Kind zu gegebener Zeit daran erinnern - Kinder kopieren schnell auch gefährliches Verhalten.

- Schulwegpläne für Erstklassler in Wien stehen unter www.auva.at/schulwegplaene-wien bereit: In Wien haben die AUVA und die MA 46 für nahezu jede Volksschule Schulwegpläne entwickelt. Auf diesen ist das Einzugsgebiet der Schule zusehen und die sichersten Wege zur Schule eingezeichnet. Deutlich wird auf spezielle Konflikt- und Gefahrenstellen, auf welcher Straßenseite gegangen werden soll, wo die Fahrbahn am sichersten überquert werden kann, etc. hingewiesen.


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