Kein Leichtgewicht, aber leichtlebig

Angenehm motorisiert, hochwertig ausgestattet und unkompliziert bedienbar – das Audi A3 Cabriolet bietet sich für das Genießen der Sommerfrische an, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielt.

Klare Formensprache: Das Stoffverdeck des A3 Cabriolets verstaut sich zwischen Kofferraum und Rücksitzen, verzichtet dabei aber auf das Erfordernis eines plumpen Hecks.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Scheffau –Wäre das Wetter in den Alpen so wie in dieser Woche, dann hätten Cabriolets ihre Existenzberechtigung verloren. Glücklicherweise gab es zuvor die ein oder andere Sonnenstunde, um den offenen A3 von Audi im Gebirgsland ausführen zu können. Das Cabrio bringt zwar alles mit, um die Insassen vor Dauerregen und Dauerbeschallung abzuschirmen – das mehrschichtige Stoffverdeck dichtet gut ab. Aber das ist nur die Pflicht – die Kür lässt sich per Tastendruck einleiten, indem das Dach sich elektrisch motiviert innerhalb von wenigen Sekunden zwischen Kofferraum und Rücksitzen zusammenfaltet. Selbst bei langsamer Fortbewegung kann der Fahrer (oder der Beifahrer) die Dachkonstruktion bedienen.

Und somit gelangt frische Luft und helles Sonnenlicht ins A3-Innere – Basisvoraussetzung für ein unnachahmliches Open-Air-Erlebnis. Dieses gestaltet sich umso intensiver, je mehr es den Lenker reizt, die Leistungsextreme des Zweiliter-Turbodiesels auszuloten. Das Aggregat ist lediglich infolge des Kaltstarts etwas brummig, kann sich dann auf vorzüglichere Manieren einstellen. Somit ist der Common-Rail-Diesel jenem Pumpe-Düse-Aggregat um Längen voraus, das wir im A3-Cabrio-Vorgänger vor einigen Jahren fahren durften. Was den Selbstzünder zudem attraktiv macht, sind die 150 PS und die ab 1750 Umdrehungen anliegenden 340 Newtonmeter: Damit kann der kompakte Ingolstädter zügig vorankommen und im Bedarfsfall ein Überholmanöver souverän absolvieren. Allerdings spielt das A3 Cabrio zumeist von Hektik frei – die Ausnahme stellt das Anfahren dar: Die erste Stufe und der Rückwärtsgang sind im Testwagen nicht sauber getrennt, gelegentlich rutscht der Schalthebel ungewollt in die Gasse, die das Rückwärtsfahren unterstützt.

Davon abgesehen kann der offene A3 mit hochwertigen Materialien und überzeugender Verarbeitung aufwarten. Das ausfahrbare Display auf der Mittelkonsole ist ideal positioniert, das Instrumentarium hinter dem Lenkrad glänzt mit Übersichtlichkeit. Der Bordcomputer gibt auf Wunsch den Testverbrauch preis: 5,3 Liter Diesel verbucht das Aggregat in unserem Fall – mehr als akzeptabel für eine Maschine, die das Fahrzeug in 8,9 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt und erst bei 224 km/h die Segel streicht. Und nicht zu vergessen sind die 1,5 Tonnen Eigengewicht des 4,42 Meter langen Modells.

Da das Cabrio als Viersitzer ausgelegt ist, überrascht das maximal mögliche Gesamtgewicht von knapp zwei Tonnen wenig – zumeist dürften die Fondsitze allerdings Platz fürs Gepäck bieten, sollte der 320 Liter fassende Kofferraum nicht ausreichen. Die Rücksitzlehnen lassen sich übrigens per Fernentriegelung umlegen, was eine Durchlademöglichkeit eröffnet.

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Sehr offen zeigt sich Audi, wenn es um Extras geht. Zum Basispreis das A3 Cabriolets 2.0 TDI Ambition von 37.910 Euro verbucht unser Testwagen eine Sonderausstattung im Wert von knapp 9000 Euro. Unter den angekreuzten Optionen sind unter anderem Leder/Alcantara-Sitzbezüge (1101,12 Euro), Klimaautomatik (673,32 Euro), Sitzheizung vorne (403 Euro) und Xenon-Plus-Scheinwerfer (1186,68 Euro) zu finden. Wer mit weniger Ausstattung und weniger PS sowie Benzinantrieb auskommt, kann bereits ab 32.000 Euro ein A3 Cabrio entern.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel

Hubraum: 1968 ccm

Drehmoment: 340 Nm bei 1750 U/min

Leistung: 110 kW/150 PS

L/B/H: 4421/1793/1409 mm

Gewicht: 1535/1960 kg

Kofferraumvolumen: 320 l

Tankinhalt: 50 l

Höchstgeschwindigkeit: 224 km/h

0–100 km/h: 8,9 Sekunden

Verbrauch: 5,3 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 46.935,64 Euro

CO2-Emission: 110 g/km


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