Koreaner im Minikleid und mit Rucksack

Fahrbericht: Hyundai ix20 Go, 1.4 CRDi

© Letzner

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Variable Van-Konzepte sind seid Jahren auf dem Vormarsch und stoßen in immer kleinere Automobilklassen vor. Kein Wunder. Steigende Sprit-Preise und Unterhaltskosten verleihen irgendwelchen Leistungsdaten höchstens noch am Stammtisch zu einer gewissen Relevanz. Doch in Wahrheit muss ein Auto variabel und praktisch sein. Das gilt für Kleinwagen mindestens genauso wie für die Mittelklasse.

Als unser eisblauer Hyundai ix20 auf den Hof rollt, ist er im ersten Moment gar nicht so leicht einzuordnen. Mit seiner stolzen Höhe von 160 Zentimetern ist er deutlich zu hoch für einen Kleinwagen, an die Höhe eines Vans reicht er aber nicht heran. Und genau das macht den ix20 so einzigartig. Während er den kastenartigen Auftritt vermeidet, bietet er gleichzeitig den bequemen Zutritt und die erhöhte Sitzposition, die viele suchen.

Von außen präsentiert sich der ix20 im markentypischen Design und auch im Innenraum kann Koreaner mit seinen übersichtlichen Armaturen punkten. Fahrer und Beifahrer reisen auf äußerst angenehmen Sitzen, die auch nach längerer Fahrzeit kein Bandscheibenleiden verursachen. Ein weiterer Pluspunkt: Da der ix20 auf einen Mitteltunnel verzichtet, können in der hinteren Reihe, in der sich übrigens jeder Sitz einzeln verstellen und längs verschieben lässt, drei Erwachsene sitzen.

Wer glaubt, dass das nur auf Kosten des Stauraums gehen kann, der irrt. 440 Liter schluckt der kleine Koreaner bei aufrechter Rückbank. Allerdings stört eine relativ hohe Kante beim Beladen. Wem das nicht genug sein sollte, der kann durch Umlegen der hinteren Sitze noch einmal 1046 Liter herauspressen, muss aber eine deutliche Stufe im Ladenboden in Kauf nehmen.

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Angetrieben wurde unser ix20 von einem 90 PS starken Selbstzünder. Der 1,4-Liter-Diesel stellt schon bei 1500/min sein maximales Drehmoment von 220 Newtonmetern zur Verfügung und beschleunigt den 1,3 Tonnen schweren Micro-Van in 14,5 Sekunden auf Tempo 100. Wer allerdings flott vorankommen will, der muss kräftig in der Sechs-Gang-Schaltbox rühren, denn der Antritt des ix20 ist etwas verhalten und der Motor will bei Laune gehalten werden.

Die leichtgängige Lenkung macht den ix20 zum König der Parklücken, allerdings hätten wir uns überland etwas mehr Rückmeldung gewünscht. Selbiges gilt für das Fahrwerk des Koreaners. Dieses ist relativ straff abgestimmt und vermittelt einen sportlichen Eindruck. Kurze und kräftige Stöße kann es allerdings nicht von den Insassen fernhalten.

Positiv überrascht waren wir beim Verbrauch. Mit 5,7 Litern auf 100 Kilometer haben wir die Werksangabe zwar um 1,2 Liter überschritten, dennoch überzeugt der Wert im Vergleich. Überzeugen konnte uns der Micro-Van auch beim Preis: Während die Basisversion für 15.190 Euro beim Händler steht, war unser Sondermodell Go für 18.540 Euro zu haben. Ausstattungswünsche lässt der kleine Koreaner dann allerdings keine mehr offen.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1398 ccm

Drehmoment: 220 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 66 kW/90 PS

L/B/H: 4100/1765/1600 mm

Gewicht: 1371/1800 kg

Kofferraumvolumen: 440–1486 l

Tankinhalt: 50 l

Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h

0–100 km/h: 14,5 Sekunden

Verbrauch: 5,7 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 18.540 Euro

CO2-Emission: 119 g/km


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