LA: Schneller, höher, weiter - Junges ÖLV-Frauentrio greift bei EM an

Zürich (APA) - Schneller, höher, weiter - 5.000-m-Läuferin Jennifer Wenth (23), Stabhochspringerin Kira Grünberg (20) und Speerwerferin Elis...

Zürich (APA) - Schneller, höher, weiter - 5.000-m-Läuferin Jennifer Wenth (23), Stabhochspringerin Kira Grünberg (20) und Speerwerferin Elisabeth Eberl (26) geben in Zürich ihr EM-Debüt. Spitzenplätze sind außer Reichweite, das Trio hat sich aber vorgenommen, die Qualifikationsleistung zu bestätigen. Bei Grünberg ist auch ein österreichischer Rekord möglich, wie Eberl ist sie bereits am Dienstag im Einsatz.

Nach den Rekorden in den Klassen U16, U18 und U20 überquerte Grünberg im Juli in Linz die neue ÖLV-Bestmarke von 4,41 m. Um im EM-Finale der besten zwölf dabei zu sein, wird eine neuerliche Verbesserung notwendig sein. „4,50 m wird man schon brauchen. Auf der Meldeliste sind 19 Athletinnen, die schon über 4,50 gesprungen sind. Es wird sehr schwierig, ins Finale zu kommen, da müssen schon ein paar patzen“, weiß Grünberg.

Seit sie als Siebenjährige beim Fernsehen einen Stabhochsprungbewerb gesehen hat, wollte sie es unbedingt selbst versuchen. Anfangs war ihr deutscher Vater Frithjof Grünberg dagegen, dann half er ihr aber beim Training.

„Ich habe nicht gewusst, dass Papa früher selbst Stabhochspringer war, das hatte er mir nicht verraten“, erzählte die Tirolerin, die mittlerweile zusätzlich in die Schweiz reist, um dort mit dem ehemaligen deutschen Bundestrainer Herbert Czingon zu arbeiten. „Da ist natürlich viel weitergegangen“, erzählte die Pharmazie-Studentin vor ihren ersten großen internationalen Meisterschaften in der allgemeinen Klasse.

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Mit Olympia- und WM-Erfahrung reiste Eberl zu ihrer ersten EM. Bei ihr ist seit vergangenem Oktober alles anders. Damals übersiedelte sie von der Steiermark in die Südstadt und nun hat sich auch fast täglich direkten Kontakt mit ihrem Trainer Gregor Högler, dem früheren Weltklasse-Speerwerfer.

„Das ist eine große Umstellung für mich gewesen. Vorher habe ich ihn nur am Wochenende gesehen für zwei, drei Trainings, jetzt ist es optimal, besser geht‘s nicht. Ich glaube, dass sich das in den nächsten Jahren auf jeden Fall auszahlen wird“, sagte die ATG-Athletin mit der Bestleistung von 60,07 m. „Ein besseres Training kann ich mir nicht vorstellen. Ich sehe jetzt noch mehr den Unterschied, habe mich im Kraftbereich und in der Technik gesteigert.“

Wenn sie in die Nähe ihrer Saisonbestleistung von 57,54 m wirft, könnte der Finaleinzug möglich sein. „Das wäre ein Ziel und das wäre auch drinnen.“ Alle genannten Werferinnen haben Bestleistungen über 57 m, auf die Tagesverfassung wird es also ankommen.

Da der Vorlauf gestrichen wurde, steht Wenth bereits im für Samstag angesetzten Finale. „Ich bin einfach gespannt. Ich schaue, dass ich mein Ding durchziehe. Es wird auf jeden Fall eine interessante Erfahrung für mich, ich lasse mich überraschen“, meinte die von Karl Sander trainierte SVS-Sportlerin.

Mit allen drei heuer absolvierten 5.000-m-Rennen war sie zufrieden. „Sie waren komplett verschieden. Das Rennen in Koblenz ist so leicht von der Hand gegangen. Da habe ich mir gedacht, ‚Cool, der Fünfer ist echt nicht hart, sondern einfach nur super leiwand‘. In Huelva hatte es 30 Grad, da habe ich voll gekämpft, das war so hart. Und in Regensburg, wo ich dann das Limit gelaufen bin, musste ich das Rennen selber gestalten.“

Der Fünfer sei eine ganz eigene Disziplin, da müsse man immer bereit sein, vom ersten Schritt an zu kämpfen. „Es kann wirklich lange werden. Aber es ist dann auch sehr cool, weil man immer weiß, man hat gekämpft und sich überwunden.“

Neben Grünberg und Eberl sind für Österreich am ersten EM-Tag auch Beate Schrott (100 m Hürden), Dominik Distelberger (Zehnkampf), Thomas Kain (400 m Hürden), Christian Steinhammer (3.000 m Hindernis), Gerhard Mayer (Diskuswurf) sowie Nikolaus Franzmair und Andreas Rapatz (je 800 m) im Einsatz. 9 von 13 ÖLV-Athleten haben damit bereits am EM-Eröffnungstag ihren ersten Einsatz.


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