Golf: 95.000 Euro als „Trost“ für Wiesberger bei PGA-Championship

Louisville (Kentucky)/Wien/Oberwart (APA) - Bernd Wiesberger war so frustriert, dass er zunächst auf Tauchstation ging. Statt bei der 96. PG...

Louisville (Kentucky)/Wien/Oberwart (APA) - Bernd Wiesberger war so frustriert, dass er zunächst auf Tauchstation ging. Statt bei der 96. PGA-Championship um seinen ersten Major-Sieg zu kämpfen, landete der Österreicher am Sonntag nach einer 74er-Schlussrunde auf Platz 15. Etwas mehr als 95.000 Euro Preisgeld waren das Trostpflaster für den Burgenländer beim gleichzeitigen Sieg seines Flightpartners Rory McIlroy.

Über 1,3 Mio. Euro kassierte McIlroy dafür. Den größten Siegerscheck seiner Karriere hatte auch Wiesberger am Sonntag lange im Visier gehabt. Der als erster Österreicher in einem Major-Schlussflight spielende Oberwarter, der nach zwei 68er-Runden souverän als Siebenter gecuttet und sich am Samstag mit einer grandiosen 65 auf Platz zwei hinter McIlroy katapultiert hatte, ließ an diesem für das österreichische Golf so denkwürdigen Tag aber die gewohnte Präzision sowohl mit dem Driver als auch den kurzen Schlägen vermissen.

Bei drei Bogeys gelang dem 28-Jährigen auf dem durchnässten Platz an der Seite von McIlroy und hinter den zunächst groß aufspielenden US-Lieblingen Phil Mickelson und Rickie Fowler kein einziges Birdie. Vielmehr kämpfte Wiesberger bei seinem sechsten Major statt um einen historischen Spitzenplatz bald nur noch gegen einen noch weiteren Rückfall.

Die vielen „Staus“ weil man wegen einer zweistündigen Regenverzögerung die Flight-Intervalle auf neun Minuten verkürzt hatte sowie das viele Wasser auf dem Platz ließ der Österreicher aber nicht als Ausrede gelten. „Die Spielsituation war viel schwieriger als an Tag drei, weil die beiden Amerikaner vor uns auf einer Welle der Begeisterung schwammen und offensichtlich Druck ausüben konnten.“

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Er habe das Wetter am Sonntag als extrem schwül und klebrig empfunden. „In keiner Phase des Finaltages konnte ich das positive Gefühl des Vortages wieder abrufen“, erzählte Wiesberger. „Ich habe von Anfang an keinen guten Rhythmus gefunden. Das Ballstriking war nicht annähernd so gut wie an den Vortagen.“ Platz 15 war dennoch eine klare Major-Bestmarke für den Oberwarter. Den Österreich-“Rekord“ hält nun aber nach wie vor Markus Brier mit Platz zwölf bei den British Open 2007.

Wiesberger bilanzierte dennoch positiv. „Bei der PGA Championship in der Spitze mitzumischen, war für mich eine Bestätigung der intensiven Arbeit an meinem Spiel. Auch wenn anfangs die Enttäuschung überwog, so sehe ich rückblickend die Reise in die USA als positiv und lehrreich“, erzählte Wiesberger. „Ich habe viel Erfahrung dazugewonnen.“

Der dreifache Turniersieger hat diese Woche tatsächlich gezeigt, dass er zumindest auf einem für ihn passenden Kurs auch im Konzert der ganz Großen bereits mitspielen kann und prinzipiell bereit ist für die große US-Tour. Seine 65er-Runde war die Sensation des Tages gewiesen. Dass er sich am Ende „nur“ 95.646,46 Euro für das Race to Dubai (jetzt Platz 34) gutschreiben lassen konnte, war dennoch eine bittere Pille.

Wiesberger kehrt am Donnerstag nach Österreich zurück, am Freitag steht sein traditioneller „Bernd‘s Club Day“ auf dem Programm. Nächster Turnierauftritt ist nächste Woche das zur European Tour zählende Czech Masters in Prag (1 Mio. Euro).


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