Pferdesport: OEPS entsendet Rekordaufgebot zu Weltreiter-Spielen

Wien (APA) - Mit einem Aufgebot wie noch nie wird der Österreichische Pferdesport-Verband (OEPS) bei den 7. Weltreiter-Spielen vom 23. Augus...

Wien (APA) - Mit einem Aufgebot wie noch nie wird der Österreichische Pferdesport-Verband (OEPS) bei den 7. Weltreiter-Spielen vom 23. August bis 7. September in die Normandie rund um Caen reisen. Insgesamt 34 Sportler sollen dafür sorgen, dass Österreich erstmals überhaupt in allen acht FEI-Disziplinen vertreten ist. Medaillenchancen sieht der Verband vor allem in drei Bewerben.

Sportdirektor Franz Kager freute sich bei einer Pressekonferenz am Montag im Wiener Lusthaus, dass der Verband bei den nur alle vier Jahre ausgetragenen Weltreiterspielen in allen Weltverbands-Sparten vertreten ist. „Wir sind auch sicher, dass es die erfolgreichsten Weltreiterspiele für uns werden“, glaubt der Funktionär. Mit den Voltigierern, den Western- und den Para-Reitern hat die rot-weiß-rote Equipe, deren Entsendung in etwa ein Budget von 200.000 Euro erfordert, gleich mehrere heiße Eisen im Kampf um die Medaillen im Feuer.

Allen voran die Voltigierer, die mit einmal Silber und zweimal Bronze 2006 in Aachen bzw. 2010 in Kentucky auch für die bisher einzigen Medaillen für Österreich bei dieser seit 1990 ausgetragenen Veranstaltung gesorgt haben. Vor allem Jasmin Lindner/Lukas Wacha haben im Pas de Deux zuletzt die Szene dominiert. „Es wäre ein Wunder, wenn Gold an ihnen vorbeigehen würde“, lehnte sich Teamkollege Stefan Csandl, selbst im Einzel am Start, diesbezüglich weit hinaus. Auch mit der Gruppe rechnen sich die Voltigierer einiges aus.

Aber auch die Westernreiter, die als junger Sport noch ein bisschen ein Schattendasein führen, haben große Hoffnungen auf Edelmetall. Martin Mühlstätter hat in diesem Jahr in den USA ein großes Derby und nicht weniger als eine Million Dollar Preisgeld gewonnen. „Medaillenanwärter im Team sind wir sicher, im Einzel möchte ich nicht zu verwegen sein“, sagte der für die Westernreiter zuständige Gerold Dautzenberg. Immerhin scheint im Team mit Rudi Kronsteiner aber auch ein zweifacher Weltmeister auf, allerdings war dies nicht im Rahmen von Weltreiterspielen.

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Als dritte Sparte mit Medaillenhoffnungen gelten die Para-Reiter mit Paralympics-Sieger 2012 Pepo Puch. In den nicht-olympischen Disziplinen sind im Vierergespann Josef Leibetseder bzw. im Distanzreiten Steffi Kunz und Helga Wunderer nominiert.

Für die drei olympischen Disziplinen sind die Weltreiterspiele zugleich auch die Chance, sich in den Teambewerben für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro zu qualifizieren. Doch weder beim Springreiten noch in der Dressur ist dies von Österreichs Sportlern zu erwarten, in der Vielseitigkeit ist der OEPS überhaupt nur im Einzelbewerb durch Harald Siegl vertreten.

Bei den Springreitern sind Casino-Grand-Prix-Gesamtsieger Dieter Köfler, Nachwuchshoffnung Stefanie Bistan, Astrid Kneifel und Markus Saurugg nominiert, Roland Englbrecht reist als Ersatzmann mit. Köfler, Bistan und Saurugg sind überhaupt erstmals bei den Weltreiterspielen dabei. „Ich war noch nie bei einer WM. Unsere Pferde sind alle noch relativ jung. Wir werden versuchen, uns mit Anstand zu präsentieren“, sagte Köfler und die erst 22-jährige Bistan will beim ersten Großereignis bei den Senioren „Erfahrung sammeln“. Im Nationenpreis ist das große Ziel, die zweite Runde zu erreichen, was in Anbetracht großer Starterfelder schwierig genug ist.

Die Springreiter müssen auf Österreichs Nummer eins, Stefan Eder, verzichten, weil sein Toppferd Chilli van Dijk wegen einer Zerrung an der Beugesehne pausieren muss.

Last but not least sind auch die Dressur-Reiter, angeführt von der dreifachen Olympia-Teilnehmerin Victoria Max-Theurer, mit vier Athleten vertreten. „Für mich sind es erst die zweiten Weltreiterspiele nach Aachen 2006. Das Feld in der Dressur ist so groß wie noch nie mit über 100 Pferden, dementsprechend spannend wird es auch“, sagte die 28-jährige Oberösterreicherin. Sie erwartet an der Spitze eine sehr spannende WM, für sich selbst bäckt sie kleinere Brötchen.

Zunächst muss Max-Theurer sich entscheiden, denn sie hat sich mit Augustin OLD und Blind Date für die WM qualifiziert. „Ich bin sehr froh, zwei Pferde auf diesem Niveau reiten zu können. Es wird eine Bauchentscheidung“, verriet Max-Theurer, die diese in ein paar Tagen trifft. Ihr Ziel: „Mein erklärtes Ziel ist es, in die zweite Runde, den Special, weiterzukommen, das sind die besten 30.“ Für die Kür qualifizieren sich nur die besten 15. Da müsste für die Tochter der Olympiasiegerin 1980 und Verbandspräsidenten Elisabeth Max-Theurer schon alles zusammenpassen.

Die Dressur- und Westernreiter werden in der ersten Woche der Weltreiterspiele zuerst ihre Medaillengewinner ermitteln, Springen und Voltigieren stehen in der zweiten auf dem Programm.


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