Natura 2000-Ausweisung der Isel: Platter setzt auf Dialog-Reigen

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Innsbruck/Ainet (APA) - Nachdem die Wogen um die Natura-2000-Ausweisung der Isel in Osttirol in den vergangenen Wochen hoch gegangen sind, setzt Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) jetzt auf Gespräche mit den betroffenen Bürgermeistern. „Das hat jetzt oberste Priorität“, erklärte der Landeshauptmann am Montag nach einem als „Bürgermeister-Dialog“ betitelten Treffen im Osttiroler Ainet.

Dem Gespräch sollen weitere folgen, teilte Platter in einer Aussendung mit. Mit konkreten Ergebnissen konnte unterdessen noch nicht aufgewartet werden. Er und LHStv. Josef Geisler (ÖVP) hätten am Montag „einmal den Standpunkt der Tiroler Landesregierung klar gemacht“. Neben den ökologischen Vorgaben der EU, die umzusetzen seien, sei eine weitere wirtschaftliche Perspektive für den Bezirk ganz entscheidend. Osttirol sei schließlich mit Abwanderung konfrontiert. Der Landeschef kündigte indes ein „zusätzliches Förder- und Entwicklungsprogramm des Landes im Zusammenhang mit Natura 2000“ an.

Geisler meinte, es ging nicht zuletzt auch darum, die Emotionen rauszunehmen und wieder auf die sachliche Ebene zurück zu kommen. Die Anliegen und Notwendigkeiten des Bezirks seien der Landesregierung bekannt und würden in den Ausweisungsvorschlag an Brüssel einfließen.

Die Grüne LHStv. Ingrid Felipe hatte Ende Juli in Osttirol den Vorschlag der Abteilung Umweltschutz des Landes präsentiert, der auf Basis eines Gutachtens eine Ausweisung der gesamten Isel und der „Kernhabitate“ vorsah. Bürgermeister von betroffenen Osttiroler Gemeinden, darunter der ÖVP-Bundesrat und Bürgermeister von Matrei Andreas Köll, liefen dagegen Sturm und forderten ein Machtwort von Landeshauptmann Platter.

Die Gemeindechefs wollen nur Teile des Flusses und seiner Zubringer als Natura-2000-Gebiet ausweisen und sehen unter anderem den Bau von Kraftwerken gefährdet. Im September soll ein finaler Ausweisungsvorschlag seitens der Landesregierung an die EU-Kommission ergehen. Bei der Natura 2000-Ausweisung der Isel geht es vor allem darum, den Lebensraum des Ufergewächses Deutsche Tamariske zu schützen.


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