Die Hälfte der Kindergärten schließt um 14 Uhr

Tirols Kinderkrippen sind sieben Wochen im Jahr zu, die Kindergärten zehn. 50 Wochen und 9,5 Stunden pro Tag offen, verlangt die Liste Fritz.

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Von Montag bis Donnerstag sind nach 14 Uhr noch 46 Prozent der Kindergärten offen. Ganz bitter wird es freitags. Nach 14 Uhr sperren 76 Prozent der Kindergärten und hoffentlich auch die Arbeitgeber der Eltern das Büro zu, sonst wird es eng.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Ziel der EU, die das auch den einzelnen Mitgliedstaaten mit auf den Weg gegeben hat. Bund und Land nehmen viel Geld in die Hand, um die nachhinkenden Betreuungsquoten, Öffnungszeiten und Schließtage auf Vordermann zu bringen. Bis 2018 sollen 38 Millionen Euro in Tirol investiert werden, 26 Millionen Euro davon kommen vom Bund. Diese erneute Vereinbarung zwischen Bund und Land soll im Oktober-Landtag beschlossen werden, erklärt VP-Bildungslandesrätin Beate Palfrader in einer Anfragebeantwortung der Liste Fritz.

„Es hat sich etwas getan, aber den EU-Zielen hinkt Tirol immer noch hinterher“, erklärt die Klubobfrau der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider. Tirols Kindergärten sind zehn Wochen pro Jahr geschlossen, fünf Wochen sollten es sein. Etwas besser schneiden die Kinderkrippen, wo die Kleinsten betreut werden, ab: Sieben Wochen geschlossen, statt fünf, lautet hier die Bilanz. Der Landesrechnungshof hatte in seinem Bericht zur Kinderbetreuung die mangelnden Öffnungszeiten und die hohe Anzahl an Schließtagen kritisiert. Das war vor drei Jahren. „Innerhalb dieser Zeit konnte die Zahl der Schließtage in den Kindergärten lediglich um eine Woche verkürzt werden“, sagt Andrea Haselwanter-Schneider. Dass in manchen Gemeinden der Bedarf nicht vorhanden sei, glaubt die Klubobfrau nicht. „Für mich ist das gar nicht mehr die Frage. Eltern sollen einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung bekommen.“ Die Öffnungszeiten müssten sich auf die Vollbeschäftigung der Eltern ausrichten. „Wir wollen 50 Wochen pro Jahr, 45 Stunden pro Woche und neuneinhalb Stunden pro Tag geöffnete Kinderbetreuungseinrichtungen.“

Seit 2008 wurden mehr als 45 Millionen Euro in neue Kinderbetreuungsplätze gesteckt und 3620 neue Plätze geschaffen, sagt Palfrader. „Wir respektieren, dass etwas passiert ist, aber in Kleinkinderschritten. Bei dem Tempo wachsen zwei Generationen aus dem Betreuungsalter raus“, sagt Haselwanter-Schneider.

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