LA: Hürdensprinterin Schrott will nach Verletzungspause überraschen

Zürich (APA) - Hürdensprinterin Beate Schrott hat nach einer neunwöchigen Wettkampfpause wegen einer Oberschenkelverletzung erst zwei Wettkä...

Zürich (APA) - Hürdensprinterin Beate Schrott hat nach einer neunwöchigen Wettkampfpause wegen einer Oberschenkelverletzung erst zwei Wettkämpfe in den Beinen. Bei der am Dienstag beginnenden Leichtathletik-EM in Zürich ist das Überstehen der Vorrunde das Ziel für die Vierte vor zwei Jahren in Helsinki.

Am Montag absolvierte die Niederösterreicherin bei Regen eine Trainingseinheit im Letzigrund-Stadion, anschließend gab sie Antworten zu Fragen über Vorbereitung, Zielsetzungen, Dornröschenschlaf und Begleitumstände.

APA: Was sind Ihre ersten Eindrücke, wenn Sie hier im Letzigrund-Stadion stehen?

Schrott: „Ich wusste, dass die Tribünen sehr nah an die Laufbahn rangehen. Ich glaube daran, dass das Stadion von Anfang an relativ voll sein wird. Ich hoffe auf viele Zuschauer, die gescheite Stimmung machen. Aber ich glaube, die Schweizer lassen sich da eh nicht lumpen. Und ich hoffe, dass wir ein bisschen besseres Wetter haben als heute.“

APA: Wie groß war die Erleichterung bei den Staatsmeisterschaften, als Sie sich dank guter Zeiten endgültig zum EM-Start entschlossen?

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Schrott: „Riesig. Als ich die Zeit gesehen habe, habe ich mir gedacht, das passt. Mit dem kann man sich nach Zürich trauen. Im Vorlauf bin ich an einer Hürde angekommen, das hat mir auch wieder Zeit gekostet. Ich glaube, die Zeit wäre mehr wert gewesen, als dort gestanden ist. Es würde mich einfach freuen, wenn ich das morgen noch einmal reproduzieren könnte, wenn ich noch einmal schneller laufen könnte.“

APA: Wie ist die letzte Vorbereitung verlaufen?

Schrott: „Nach den Staatsmeisterschaften habe ich gemerkt, dass meine Muskulatur ein bisschen bedient war. Das haben wir Gott sei Dank relativ schnell wieder in den Griff bekommen. Ich habe eigentlich sehr gut trainiert. Ich fühle mich nicht schlecht, ich fühle mich recht locker. Ich hoffe, dass ich morgen mit den ganzen Begleitumständen mit Autofahrt vom Aufwärmen zum Start einen soliden Lauf auf die Bahn bringen kann.“

APA: Wie schwierig ist es für Sie, dass es kein Aufwärmstadion beim Letzigrund gibt?

Schrott: „Die Fahrt soll bis zu 15 Minuten dauern. Es ist eine neue Situation, aber ich habe das zu Hause noch simuliert. Ich habe in St. Pölten auf der Laufbahn aufgewärmt wie beim Wettkampf, bin dann mit dem Auto zu meiner Heimanlage gefahren und habe noch einmal trainiert. Da habe ich gesehen, was ich brauchen werde, wenn ich aus dem Auto aussteige. Da ist man dann schon ein bisschen steifer, als wenn man nur ein paar Meter zum Gehen hat. Es war nicht schlecht zu sehen, wie ich mich fühle nach der Autofahrt. Ich hoffe, dass das gut funktionieren wird morgen.“

APA: Haben Sie sich Helsinki 2012 schon wieder vor Augen gerufen?

Schrott: „Ich habe mir am Sonntag den Finallauf von Helsinki angeschaut, aber eher so zur Visualisierung. Wenn ich mir das so anschaue, kommen Emotionen hoch, ich will mich einstimmen auf das, was kommt, EM-Feeling bekommen, und annähernd so laufen wie vor zwei Jahren. Aber meine Zielsetzung ist anders, meine Vorbereitung war anders.“

APA: Was ist Ihre Zielsetzung?

Schrott: „Erst war es die Medaille, nach der Verletzung ist es das Halbfinale. Ich habe mir die Meldeliste noch einmal angeschaut. Vor zwei Jahren war ich 16. und bin dann Vierte geworden. Ich bin heuer nochmals weiter hinten, ich bin eine von den Allerletzten in der Liste. Mein Ziel ist, dass ich mich noch einmal steigere im Vergleich zu den letzten beiden Wettkämpfen. Dass ich vielleicht ein paar überrasche, weil mit mir hat jetzt vielleicht keiner mehr gerechnet. Aber die haben alle nicht geschlafen im Sommer, während ich mehr oder weniger im Dornröschenschlaf war. Neun Wochen weg, da ist so viel passiert. Und ich habe zuschauen müssen. Ich hoffe einfach, dass ich mich noch einmal steigern kann.“

(Das Gespräch führte Birgit Egarter/APA in Zürich)


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