4er Gran Coupé: Bewegte Eleganz

Auf Basis des neuen 4er Coupés reichte BMW nun noch das viertürige Gran Coupé nach. Damit entstand ein BMW in Reinkultur. Dazu ein Traumwagen mit Nutzwert, der an Eleganz kaum zu übertreffen ist.

© Reinhard Fellner

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Man darf es ruhi­g einmal sagen: BMW hat zurzeit einen Lauf. Nicht wenige Modellreihen stellen den technischen Maßstab ihres Segments dar, Verkäufe und Image befinden sich am Zenit und immer neue Modelle halten die Faszination wach. Trendige Nischen hatten die Bayern ohnehin immer besonders im Auge. Die SUV-Modellpalette ist ein gutes Beispiel dafür. Jetzt schlägt das Letzter-Schrei-Pendel in Richtung viertürige Coupés aus. Der Erfolg des exklusiven Sechsers hat es vorexerziert. Ein Traumwagen – schon allein wegen Preisen um die 100.000 Euro und mehr.

Zur weitergehenderen Verbreitung zündete man in München nun die Stufe vier. Basierend auf dem Vierer Coupé, das wiederum auf dem enorm wandlungsfähigen und technisch hochaktuellen Dreier (Limousine, Touring, GT) gründet, hat BMW aus Vorhandenem wieder etwas komplett Neues kreiert.

Die Eleganz des Coupés blieb dabei bei identischen Außenmaßen und einem Gewichtszuwachs von 60 Kilogramm bei 1,2 Zentimeter höherer Dachlinie voll erhalten. Durch die vier Türen und die weit ausladende Heckklappe ist beim Gran Coupé jedoch nun ein Nutzwert nahe am Dreier Touring zu verzeichnen. So sitzt es sich im Fond ganz ausgezeichnet – außer man misst mehr als 1,85 Meter Höhe. Und das herrlich zu beladene Heckabteil fasst nun 480 bis 1300 Liter.

Von außen sieht man dies dem sehnigen Viertürer jedenfalls nicht an. Eher schon dessen fahrdynamischen Talente, die zurzeit kaum Konkurrenz kennen. Schon im Stand erfreut die gestreckte Sitzposition auf den bestens ausgeformten Sitzen des im Testwagen verbauten M-Pakets. Besonders edel auch die rahmenlosen Scheiben an allen vier Türen.

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Technisch war der 420 mit einer der besten Motor-/Getriebe- und Fahrwerkskombinationen ausgestattet, die derzeit überhaupt erhältlich sind: Zweiliter-Diesel mit 184 PS und 380 Newtonmetern plus Achtgangautomatik gepaart mit dem Allradantrieb x-drive.

Das Zusammenspiel all dieser Dinge zeigt, wie weit sich BMW schon von so manchem Konkurrenten entfernt hat. Keiner fährt zurzeit so sportlich und so komfortabel zugleich. Im Zusammenspiel mit der millimetergenauen Lenkung werden so Überlandtermine zu Festtagen und bleiben auch deutsche Autobahnetappen trotz sicheren Fahrgefühls nahe der Höchstgeschwindigkeit noch bandscheibenfreundlich.

Dazu spielt der Zweiliter alle Talente eines modernen Diesels aus. Enorm kraftvoll im Antritt (7,5 Sekunden auf 100 km/h), ausdauernd (229 km/h) und bullig, zeigt das Aggregat auch noch herausragendes Spartalent. 4,5 Liter auf gesetzeskonform gefahrener Autobahn sind realistisch. Im TT-Test waren es im eher flott gefahrenen Schnitt letztlich 6,1 Liter – ein fantastischer Wert für ein Fahrzeug dieses Kalibers. Dies alles lässt das Vierer Gran Coupé nicht nur elegant, sondern eben auch technisch ungemein kompetent wirken. Eine Fahrmaschine wie aus einem Guss sozusagen – eine, die auch Spaß bei langsameren Geschwindigkeiten macht.

Trotzdem ist das Vierer Gran Coupé kein Traumauto. Wechselt es doch ab 39.200 Euro den Besitzer und befindet sich so mitten in der Liga oft noch recht banaler Gefährte. Alle Segnungen zugleich schlagen mit 47.160 Euro zu Buche. Sparen Sie schon mal.


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