Yeti besuchte Schminksalon

Umfassend überarbeitet und mit Facelift präsentiert sich nun Skodas SUV Yeti. Der Testsieger ist jetzt zudem in einer urbanen und einer Outdoor-Variante zu haben.

© Reinhard Fellner

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Nach vier Jahren und weltweit 281.000 verkauften Exemplaren wollte Skoda nichts mehr dem Zufall überlassen und überarbeitete sein SUV Yeti gründlich. Der neue Yeti kam dann vor Monaten, wie das Erstmodell ging: mit Testsiegen gegen die gesamte versammelte Konkurrenz. Warum dann überhaupt überarbeiten?

Vielleicht, weil ein bisschen Schminke auch einem Yeti nicht schaden kann. Gab es doch nicht wenige, die sich am bislang etwas verspielten Design des Skoda stießen. Damit ist es nun vorbei. Die Glupschaugen wichen markenkonform einer modernen Straffheit und Ernsthaftigkeit. Auch innen wurde er fein herausgeputzt und alles – bis auf die Multimedia-Einheit – dem Stand des neuen Octavia angepasst.

Eingebettet ist dies alles nunmehr in zwei Modellvarianten: der „normalen“, urbanen mit ganzheitlich lackierten Karosserieflächen und der Variante „Outdoor“ (plus 160 Euro). Letztere umweht den Yeti mit einem Haucherl von Abenteuer. Massiv sichtbarer Unterbodenschutz und um ein Prozent bessere Böschungswinkel machen den Yeti für kleines Geld noch stimmiger.

Überraschte der kompakt­e Tscheche für ein herkömmliches Kompakt-SUV doch schon bislang mit guter Geländetauglichkei­t. Kurze Überhänge, gepaart mit 180 Millimeter Bodenfreiheit, und ein Allradantrieb (optional) machen den Naturburschen zu einem begabten Kraxler in Wald, Wiese und Schnee.

Eine Haldex-Kupplung der fünften Generation stellt in der Allradvariante bei durchdrehenden Vorderrädern in Sekundenbruchteilen den Kraftschluss zur Hinterachse her. Das funktioniert auf Asphalt und losem Grund völlig unbemerkt. Und wird die Almabfahrt einmal steiler als gedacht, hilft ein Bergabfahrassistent, dass der Yeti kontrolliert mit konstanter Geschwindigkeit die Spur hält.

Bergauf war der TT-Testwagen ohnehin nicht zu stoppen. Rollte doch ein 140-PS-Diesel samt Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe zur Probe an. Abgesehen von gelegentlichen Rucklern vom Stand aus wechselt das Getriebe die Gänge blitzschnell und sorgt dafür, dass der Yeti praktisch immer im optimalen Gang auf einer Drehmomentwelle von 320 Newtonmetern surft. Das fühlt sich dann auch in einem 1,5-Tonnen-SUV spritzig an.

Überhaupt ist das Fahren eine der größten Stärken des kompakten Tschechen. Seine direkte Lenkung dirigiert sauber und macht Lust auf Kurvenräubern. Dazu ist der Yeti wohl auch eines der wendigste­n SUV überhaupt. Sein straffes Fahrwerk macht ihn dazu zum Fahrerauto in allen Bedingungen. Einzig Komfortwunder darf man sich beim Yeti keine erwarten – ein durch und durch ehrliches Auto eben.

Und dazu ein wahrer Alltagsheld. Lassen sich seine Rücksitze doch nicht nur klappen, längs verschieben und in der Neigung verstellen, sondern auch gleich ganz ausbauen. Für die Klasse ungewöhnliche 1760 Liter Stauraum stellt das SUV dann bereit. Einzig das Grundfassungsvermögen von gerade 405 Litern ist etwas spärlich.

Der Yeti wäre zudem kein Skoda, hielte er nicht jede Menge clevere Detaillösungen parat. So wimmelt es von Ablagen, in der hinteren Türverkleidung befinden sich kleine Abfallbehälter und die Kofferraumleuchte kann bei Bedarf auch als Taschenlampe verwendet werden. Ein weiteres praxisnahes Detail: Der Kofferraumteppich wird durch Wenden zur abwaschbaren Gummimatte. Ein besonderes Komfort­extra für Parkmuffel stellt zuletzt der Parklenkassistent dar. Er parkt selbstständig in Parklücken ein, die nur 60 Zentimeter länger sind als das Auto. Toll vielleicht für jene, die den Yeti eher in der urbanen Version bestellen. Ab 19.540 Euro wandert der Naturbursche los. Neu ist das Sondermodell Monte Carlo.


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