A begrüßt Fischlers Drittland-Idee gegen Russlands Importstopp

Wien (APA) - Die Idee von Ex-EU-Agrarkommissar Franz Fischler, das russische Einfuhrverbot für Lebensmittel aus der EU durch Lieferungen übe...

Wien (APA) - Die Idee von Ex-EU-Agrarkommissar Franz Fischler, das russische Einfuhrverbot für Lebensmittel aus der EU durch Lieferungen über Drittländer zu umgehen, wird von der Agrarmarkt Austria (A) goutiert, von den Milchverarbeitern aber skeptisch gesehen. Die AMA sieht eine „kreative“ Chance, die VÖM dagegen verweist auf Russlands Hygieneregeln, bei denen auch die Herkunft ein wichtiges Thema sei.

Fischler, in den 1990er Jahren Landwirtschaftsminister in Österreich und bis 2004 EU-Agrarkommissar, hatte am Wochenende gemeint, es stehe jeder Firma mit Sitz in der Schweiz oder am Balkan frei, aus Österreich Produkte zu kaufen und diese dann nach Russland zu exportieren. Auf diese Weise könne dass Problem des russischen Importstopps „deutlich reduziert werden“, so Fischler. Voriges Jahr hat Österreich Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte im Wert von rund 240 Mio. Euro nach Russland exportiert, ein Teil davon fällt nun unter die Außenhandelsrestriktionen.

Auch AMA-Geschäftsführer Michael Blass sieht solche Drittlandgeschäfte als durchaus legal an. „Wenn Russland das Embargo so interpretiert, dass Drittlandslieferungen nicht unter die Sanktionen fallen, dann steht dieser Weg offen“, meinte er am Montag im Ö1-“Mittagsjournal“ des ORF-Radio: „Es kommt bei einer Lieferung über Drittländer darauf an, dass alle Beteiligten sich einig sind, dass dieser Weg gewünscht wird, um eine Bedienung des russischen Marktes möglich zu machen.“ Es müsste also nicht nur Moskau, sondern auch Brüssel zustimmen, so der Radiobericht.

Anders sieht das der Geschäftsführer der Vereinigung der österreichischen Milchverarbeiter (VÖM), Johann Költringer. Er meint, es wäre nicht einfach, EU-Produkte über Drittländer nach Russland zu schleusen: „Wir können nicht einfach die Ware über ein anderes Land umetikettieren und dann nach Russland liefern“, erklärte er am Montag im Radio. Russland habe „ ja strenge Hygienebestimmungen, wo auch die Herkunft ein wichtiges Thema ist, erlassen.“ Denen zufolge müssten „auch Vorlieferanten genau spezifizieren, wenn sie nicht eigene Ware liefern“.

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