Patriarch Sako: „Feilschen um Macht, während Irak brennt“

Bagdad (APA) - Kritik sowohl an der zögerlichen US-Politik als auch am Zaudern des Parlaments in Bagdad hat der wichtigste christliche Führe...

Bagdad (APA) - Kritik sowohl an der zögerlichen US-Politik als auch am Zaudern des Parlaments in Bagdad hat der wichtigste christliche Führer im Irak, der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako geübt. Die Entscheidung von Präsident Barack Obama, US-Luftschläge nur zur Verteidigung der kurdischen Hauptstadt Erbil und der Sinjar-Region vorzusehen, sei „enttäuschend“.

Dies werde nicht zur Befreiung von Mossul aus den Händen der Jihadisten führen, sagte Sako laut einer Aussendung der Stiftung „Pro Oriente“, wie Kathpress am Montag berichtete. Er forderte die Vertreibung der IS-Milizionäre aus Mossul und aus der Ninive-Ebene mit ihren zahlreichen christlichen Kleinstädten und Klöstern und formulierte erneut einen dramatischen Hilfsappell für die von den islamistischen IS-Milizionären vertriebenen Christen.

Verärgert zeigte sich Sako angesichts der wachsenden Flüchtlingsnot über die von den Amerikanern verlangte Zusammenarbeit zwischen der offiziellen irakischen Armee und kurdischen Peschmerga-Einheiten. Unverständlich sei auch, dass die Einigung auf einen neuen irakischen Regierungschef Voraussetzung für militärische Hilfe seitens der USA sein solle.

Dem Parlament in Bagdad warf der Patriarch seine Unfähigkeit vor, sich auf einen neuen Regierungschef zu einigen; die entsprechende Sitzung wurde auf den 12. August verschoben. „Während das Land lichterloh brennt, feilschen sie um die Machtverteilung“, empörte sich Sako.

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