Großbritannien denkt derzeit nicht an militärische Rolle im Irak

London/Washington (APA/dpa/Reuters) - Der britische Außenminister Philip Hammond hat eine militärische Beteiligung seines Landes an US-Lufts...

London/Washington (APA/dpa/Reuters) - Der britische Außenminister Philip Hammond hat eine militärische Beteiligung seines Landes an US-Luftschlägen im Irak für die nächste Zeit ausgeschlossen. „Wir haben derzeit keine militärische Rolle im Blick“, sagte Hammond am Montag im britischen Fernsehen. Großbritannien gehe es derzeit um humanitäre Hilfe für die eingeschlossenen Yeziden im Nordirak.

Im Sinjar-Gebirge sind noch immer rund 40.000 Mitglieder der Volks- und Religionsgruppe unter schwierigen Bedingungen eingekesselt. Großbritannien hatte am Wochenende zwei Transportflugzeuge mit Hilfsgütern in den Nordirak geschickt, darunter Zelte und Trinkwasser. Eine Ladung konnte über dem Gebiet mit den Flüchtlingen abgeworfen werden, ein zweiter Versuch scheiterte, weil sich zu viele Menschen im Abwurfgebiet versammelt hatten.

Die Regierung in London war am Vormittag unter Druck geraten. Mehrere konservative Parlamentsabgeordnete forderten eine Unterbrechung der parlamentarischen Sommerpause, um über eine mögliche militärische Beteiligung Großbritanniens im Irak zu beraten. Premierminister David Cameron befindet sich derzeit im Urlaub in Portugal.

Unterdessen erwägen die USA, Zehntausende geflüchtete Yeziden in Sicherheit zu bringen. Man prüfe die Optionen, wie man die Zivilisten vom Höhenzug Sinjar holen könne, sagte der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes der Nachrichtenagentur Reuters. Viele Flüchtlinge sind wegen der Strapazen bei hohen Temperaturen in dem kargen Landstrich bereits gestorben, wie Angehörige der religiösen Minderheit berichteten.

Rund 115 Kilometer nordöstlich von Bagdad eroberten IS-Rebellen die Stadt Jalaula. Die Aufständischen seien nach wochenlangen Kämpfen mit kurdischen Einheiten in die Stadt eingerückt, teilte die Polizei mit. Auch nahegelegene Dörfer hätten sie unter ihre Kontrolle gebracht. Die IS-Kämpfer waren in den vergangenen Monaten rasch vom Norden aus in Richtung Bagdad vorgerückt. Auch den kurdischen Peschmerga-Einheiten im Nordosten brachten sie eine Niederlage bei. Seit Freitag greift die US-Luftwaffe vereinzelt IS-Stellungen im Kurdengebiet an.


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