Haidar al-Abadi - Elektroingenieur vor Herkulesaufgabe

Bagdad (APA/dpa) - Dem Mann, der den irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki ablösen soll, steht vor großen Herausforderungen. Der sch...

Bagdad (APA/dpa) - Dem Mann, der den irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki ablösen soll, steht vor großen Herausforderungen. Der schiitische Politiker Haidar al-Abadi soll das Land einen, Sunniten, Schiiten und Kurden an einen Tisch bringen und die Terrormiliz Islamischer Staat bekämpfen. Doch zunächst muss er sich gegen al-Maliki durchsetzen, der auf einer weiteren Amtszeit besteht.

Al-Abadi gehört schon seit dem Sturz von Saddam Hussein im Jahr 2003 dem politischen Establishment in Bagdad an. Der 1952 geborene Schiit engagiert sich seit dem 15. Lebensjahr für die Dawa-Partei, aus der auch Al-Maliki stammt und deren Mitglieder unter der Saddam-Diktatur gnadenlos verfolgt wurden. Deswegen verbrachte er viele Jahre im Exil in Großbritannien, wo er unter anderem als Sprecher der schiitischen Oppositionspartei fungierte. 1982 ließ die regierende Baath-Partei zwei seiner Brüder hinrichten. Ein weiterer Bruder wurde zehn Jahre inhaftiert.

Nach der Entmachtung des sunnitischen Langzeitmachthabers Hussein durch den Einmarsch der US-Armee im Jahr 2003 kehrte Al-Abadi wieder in seiner Heimat zurück und wurde in der neuen irakischen Regierung Kommunikationsminister. Der Politiker und langjährige Parlamentarier ist promovierter Elektroingenieur.

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