Ex-Freundin mit Messer getötet - Mordprozess fortgesetzt

Wien (APA) - Im Wiener Straflandesgericht ist am Dienstag der Prozess gegen einen 34-jährigen Mann wegen Mordes an seiner Ex-Freundin fortge...

Wien (APA) - Im Wiener Straflandesgericht ist am Dienstag der Prozess gegen einen 34-jährigen Mann wegen Mordes an seiner Ex-Freundin fortgesetzt worden. Neben zahlreicher Zeugen kam auch eine DNA-Gutachterin zu Wort. Der Angeklagte tischte nämlich bei der Polizei und vor Gericht mehrere Versionen des Tathergangs im Februar in der Wohnung in Wien-Brigittenau auf.

Der Mann soll laut Anklage der 20-Jährigen aus Eifersucht und wegen Geldstreitigkeiten ein Küchenmesser in die Brust gerammt haben. Nach seiner Festnahme sagte der Serbe allerdings aus, die Frau hätte ihn an dem „harmonischen Abend“ plötzlich mit einem Messer attackiert, er sei daraufhin bewusstlos zusammengebrochen. Als er wieder wach wurde, sei die 20-Jährige blutüberströmt neben ihm gelegen.

Am ersten Verhandlungstag in der vergangenen Woche bekannte sich Igor M. dann doch schuldig, erklärte aber, er habe sich gegen eine Messerattacke der 20-Jährigen gewehrt und ihr die Waffe abgenommen. Da er selbst schwer verletzt gewesen sei, wäre ihm „schwummrig geworden“. Als er am nächsten Tag aus seiner Ohnmacht erwachte, war Tatjana R. tot. Die Staatsanwaltschaft will in dem Verfahren beweisen, dass der 34-Jährige seine Ex-Freundin getötet und sich den Bauchstich dann selbst zugefügt hat.

Christa Nussbaumer, Spezialistin für forensische Molekularbiologie und DNA-Analysen, kam dabei mit ihrer Expertise zu Wort. Auf dem Messer hätten sich allerdings zuviele Mischspuren befunden, um einen klaren Tathergang zu rekonstruieren. Die letzte Version des Angeklagten sei „weniger wahrscheinlich, aber auch nicht auszuschließen“, so Nussbaumer.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Zu Mittag soll das Beweisverfahren abgeschlossen sein. Das Gericht wird sich danach zur Urteilsfindung zurückziehen. Mit einem Urteil wird am Nachmittag gerechnet. Bei einem Schuldspruch im Sinne der Anklage drohen dem Beschuldigten zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.


Kommentieren