Baumfällung auf Nachbargrund: Linzerin kam mit Diversion davon

Linz (APA) - Eine 66-jährige Linzerin, die einen Baum auf einem Nachbargrund gefällt hat, ist mit einer Diversion - ein außergerichtlicher T...

Linz (APA) - Eine 66-jährige Linzerin, die einen Baum auf einem Nachbargrund gefällt hat, ist mit einer Diversion - ein außergerichtlicher Tatausgleich - davongekommen. Sie wird eine Geld-Buße, die Kosten des Verfahrens und einen Pauschalbetrag zur Schadenswiedergutmachung bezahlen, wurde am Dienstag im Landesgericht Linz vereinbart.

Die Frau hatte im Juni 2013 bei Gartenarbeiten eine an die sieben Meter hohe Buche gefällt. Die Nachbarn sind überzeugt, die Grundgrenzen hätten eindeutig erkennbar gezeigt, dass sie die Eigentümer sind. Sie trauern um ihren „Lieblingsbaum“, weil er Schatten gespendet, dem Sicht- und Lärmschutz sowie der Hangbefestigung gedient habe. Sie erstatteten Anzeige gegen Unbekannt.

Der als mutmaßliche Täterin ausgeforschten Frau wurde bereits im Dezember 2013 erstmals der Prozess gemacht. Er wurde damals vertagt, musste nun aber nach einem Richterwechsel neu durchgeführt werden. Die Beschuldigte bestritt nie die Fällung des Baumes. Sie sei aber davon ausgegangen, dass er auf ihrem Grund stehe. Außerdem bezweifelte ihr Verteidiger den von den Geschädigten mit mehr als 15.000 Euro angegebenen Wiederbeschaffungswert des Baumes. Der Schädigungsvorsatz und das Überschreiten der Grenze von 3.000 Euro sind die Voraussetzung für eine Verurteilung wegen schwerer Sachbeschädigung, die mit einer Strafe von bis zu zwei Jahren Haft bedroht wird.

Die Möglichkeit einer Diversion lehnte die Frau bisher mit dem Hinweis ab, dass dabei ihre Rechtsschutz- und ihre Haftpflichtversicherung nicht mitmachen würden. Außerdem habe es keine Einigung zwischen den Nachbarn gegeben. Der Richter startete am Dienstag einen neuerlichen Versuch. Das Ergebnis: Die 66-Jährige übernahm die Verantwortung für ihre Tat, wird aber nicht verurteilt. Die Frau, die laut Einkommensteuerbescheid 11.000 Euro pro Jahr verdient, erklärte sich einverstanden, innerhalb von 14 Tagen 2.471 Euro an Geld-Buße und Kosten für das Gerichtsverfahren zu bezahlen. Weiters kam ein Vergleich mit den Nachbarn zustande, wonach sie ihnen pauschal 3.400 Euro für den Schaden überweisen wird. Die Staatsanwaltschaft stimmte der Diversion zu.


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