Peter Ruzickas „Spiral“ wird in Weimar uraufgeführt

Weimar/Wien (APA/dpa) - „Spiral“ heißt das neue Werk des Hamburger Komponisten Peter Ruzicka, das am Freitag beim MDR-Musiksommer in Weimar ...

Weimar/Wien (APA/dpa) - „Spiral“ heißt das neue Werk des Hamburger Komponisten Peter Ruzicka, das am Freitag beim MDR-Musiksommer in Weimar uraufgeführt wird. Das Konzert für Hornquartett und Orchester ist so etwas wie ein Auftragswerk an den einstigen künstlerischen Leiter der Salzburger Festspiele. Vor drei Jahren fragte das Leipziger Hornquartett Ruzicka, ob er Lust habe, eigens für sie ein Stück zu komponieren.

Ihr Wunsch traf sich mit dem von Ruzicka. „Werke mit Horn sind eher rar gesät“, sagte Hornist Michael Gühne der dpa. „Das Besondere: Wir waren Ideengeber und am Entstehungsprozess beteiligt“, sagt der 47-Jährige, der seit 1996 als vierter Hornist in das tiefste Horn bläst. Immer wieder finden sich Mitglieder des MDR Sinfonieorchesters zum Quartett zusammen. „Bei „Spiral“ hatte ich die visuelle Vorstellung einer Art Wendeltreppe, etwa wie beim Guggenheim Museum in New York“, sagt Ruzicka. Dort könne jeder von der höheren Etage zurück nach unten schauen und sich erinnern.

In seinem Stück werde das bereits Gehörte als Spiel der Erinnerung in Form von „drei musikalischen Gestalten“ wiederholt und gesteigert. Die vier Hornisten und das Orchester seien besonders gefordert, wenn die Spirale an die Grenze des physisch Möglichen gelange - als Sehnsucht nach Unendlichkeit. Der Komponist dirigiert in Weimar selbst.

„Es ist ein ganz modernes Stück im besten Sinne , fordernd für uns, aber auch für die Zuhörer“, gibt sich Gühne überzeugt. Ruzicka habe Effekte, die das Horn ermöglicht, eingebaut: leise und geheimnisvolle Töne bis zum anderen Extrem, wo es „kracht und scheppert“. Es würden auch Töne „gestopft“, so dass ein metallischer Klang entstehe, auch Vierteltöne seien dabei. All dies könne im Ohr des Zuhörers durchaus schräg klingen. „Es ist eben keine Unterhaltungsmusik“. Etwas mehr als 15 Minuten ist „Spiral“ lang.

Er bevorzuge Programme, in denen traditionelle und neue Musik auf einander treffen, sagte Ruzicka. Er arbeite an seiner dritten Oper über den Philosophen Walter Benjamin. Sie solle im November 2017 an einem großen Opernhaus uraufgeführt werden, wo, sei noch nicht klar. In seinen beiden anderen Opern befasste sich der Komponist mit den Schicksalen der Lyriker Paul Celan und Friedrich Hölderlin.

(S E R V I C E - http://go.apa.at/MHasJNnn)


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