Hollywood-Star Robin Williams im Alter von 63 Jahren gestorben

San Francisco (Kalifornien) (APA/dpa) - Hollywood-Star Robin Williams ist tot. Der Komiker und Oscar-Preisträger wurde am Montag (Ortszeit) ...

San Francisco (Kalifornien) (APA/dpa) - Hollywood-Star Robin Williams ist tot. Der Komiker und Oscar-Preisträger wurde am Montag (Ortszeit) leblos in seinem Haus in Tiburon bei San Francisco gefunden. Vermutlich hat sich Williams, der unter Depressionen litt, das Leben genommen. Die Todesursache werde aber noch untersucht, teilte die Polizei mit. Williams wurde 63 Jahre alt. Sein plötzlicher Tod löste weltweit Trauer und Schock aus.

„Heute Morgen habe ich meinen Ehemann und meinen besten Freund verloren und die Welt einen ihrer beliebtesten Schauspieler und liebenswürdigsten Menschen“, schrieb Williams Ehefrau Susan Schneider in einer Erklärung. „Mein Herz ist völlig gebrochen.“ Sie hoffe, dass in den Erinnerungen nicht sein Tod, sondern „die unzähligen Momente des Spaßes und des Lachens, das er Millionen gab“, vorherrschen werden. Williams war mit der Grafikdesignerin Schneider seit Oktober 2011 verheiratet. Es war die dritte Ehe des dreifachen Vaters.

Hollywood reagierte mit vielen Trauerbekundungen. „Er war ein Freund und ich kann es nicht fassen, dass er von uns gegangen ist“, sagte Star-Regisseur Steven Spielberg (67). Er hatte Williams 1991 für den Film „Hook“ vor die Kamera geholt. Der Komödiant Steve Martin (68) würdigte Williams per Kurznachrichtendienst Twitter als „Mensch, großartiges Talent, Schauspielkollege und eine aufrichtige Seele“. „Robin Williams hat die Welt ein kleines bisschen besser gemacht“, schrieb Steve Carell (51) bei Twitter. Auf der Sternenplakette des Stars auf Hollywoods „Walk auf Fame“ legten Fans Blumen und Briefe nieder.

US-Präsident Barack Obama würdigte Williams als einzigartigen Schauspieler. „Er war Soldat, Arzt, Genie, Kindermädchen, Präsident, Professor, ein lärmender Peter Pan und alles dazwischen“, erklärte Obama. „Er brachte uns zum Lachen. Er brachte uns zum Weinen.“ Seine Familie trauere mit der von Williams, schrieb Obama.

Williams‘ Sprecherin bestätigte am Montag, dass der Schauspieler unter Depressionen litt. „Er kämpfte in letzter Zeit gegen Depressionen“, sagte Mara Buxbaum. „Das ist ein tragischer und plötzlicher Verlust.“ Erst im Juni hatte sich Williams in eine Therapieklinik begeben, die Suchtprobleme behandelt. Der Schauspieler sei „sehr stolz“ auf sein anhaltendes Bekenntnis zu einer Suchtbekämpfung, teilte sein Management damals mit. Nach etlichen Arbeitsprojekten wolle er sich einem „Feinschliff“ unterziehen, hieß es.

Nach seinem plötzlichen Erfolg als Fernsehkomiker Ende der 70er Jahre hatte Williams nach eigenen Angaben reichlich Kokain und Alkohol konsumiert. Nach langer Abstinenz war er 2006 rückfällig geworden. Der Schauspieler legte eine Drehpause ein und ging erneut in Behandlung.

Das Fernsehen hatte Williams bekannt gemacht, das Kino machte ihn zu einem der beliebtesten Stars weltweit. Als „Mrs. Doubtfire“ brachte er Millionen zum Lachen, im „Club der toten Dichter“ ebenso viele zum Nachdenken. Und manchmal, etwa in „Good Morning, Vietnam“, gelang ihm beides gleichzeitig. Für seine Rolle als einfühlsamer Psychotherapeut in „Good Will Hunting“ hatte er 1998 den Oscar bekommen. Zuletzt war er in den Filmen „Der Butler“ (2013) und „The Big Wedding“ (2012) im Kino zu sehen.

Für die Comedy-Fortsetzung „Nachts im Museum - Das geheimnisvolle Grabmal“, die im Dezember starten soll, stand er noch bis vor kurzem vor der Kamera. Für die Animations- und Realfilmsequenzen vermischende britische Produktion „Absolutely anything“ (noch ohne Kinostart) gab er als Synchronsprecher den Hund „Dennis“, für die jüngst gedrehten „Merry Friggin‘ Christmas“ und „The Angriest Man in Brooklyn“ sind ebenso noch keine Kinostarts vorgesehen wie für das Homosexuellen-Drama „Boulevard“, das im April beim Tribeca Filmfestival Premiere feierte.

Dass das Filmstudio Fox die Planungen an „Mrs. Doubtfire 2“ ohne Beteiligung von Williams als „stacheligem Kindermädchen“ vorantreibt, ist dagegen zu bezweifeln. In einem Statement zeigte sich Christopher Columbus, Regisseur des Originals und seitdem enger Freund des Schauspielers, zutiefst betroffen. „Robin bei der Arbeit zuzusehen war ein magisches und ganz besonderes Privileg. Seine Performances waren anders, als wir alle jemals gesehen hatten, als wären sie nicht von dieser Welt. Er war einer der wenigen, die den Titel ‚Genie‘ verdient haben“, so Columbus laut „Entertainment Weekly“.


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