Ebola - ZMapp: Studien an wenigen Affen

Winnipeg/Freetown/Conakry (APA) - Derzeit gibt es nur zwei im Herbst 2013 publizierte wissenschaftliche Studien zu dem experimentellen Ebola...

Winnipeg/Freetown/Conakry (APA) - Derzeit gibt es nur zwei im Herbst 2013 publizierte wissenschaftliche Studien zu dem experimentellen Ebola-Medikament ZMapp. Es handelt sich um Versuche an einem Dutzend an „Non-human Primates“, also Affenarten, die entwicklungsgeschichtlich noch recht weit vom Menschen entfernt sind.

Im Oktober vergangenen Jahres berichteten US-Wissenschafter über Tests an Rhesus-Affen und an Makaken in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“. Zunächst hatten sie ZMapp vier solchen Affen zwei Tage nach einer Injektion von Ebola-Virus verabreicht. Das Ergebnis: Zwei der Tiere überlebten. Das macht laut den Autoren um Xiangguo Quiu von der kanadischen Agentur für öffentliche Gesundheit eben „50 Prozent“ aus. Doch die Prozentangabe sagt bei dieser Zahl von „Probanden“ wenig.

In der Folge erprobten die Wissenschafter eine Kombination des Gemischs aus humanisierten monoklonalen Antikörpern mit der zusätzlichen Gabe eines ebenfalls experimentellen Impfstoffs zur Ankurbelung der körpereigenen Produktion des Immunbotenstoffs Interferon Alpha, um die Wirkung des Ebola-Medikaments zu erhöhen. Auch dabei bekamen die Tiere das Ebola-Virus vor der „Therapie“. Diese setzte ein, als im Blut Erreger entdeckt wurden.

Das Resultat: Drei von vier Makaken und alle vier verwendeten Rhesusaffen überlebten (75 und 100 Prozent). Auch das war ein sehr kleiner und für den Menschen kaum aussagekräftiger Versuch.

Eine zweite Publikation des Autorenteams in „Scientific Reports“ vom November 2013 versuchte an sechs der zuvor überlebenden Affen zu klären, ob die Wirkung von ZMapp länger anhält. Man verabreichte den Tieren nach zehn und 13 Wochen neuerlich eine Ebola-Virus-Dosis. Dabei überlebten nach zehn Wochen alle Versuchstiere, nach 13 Wochen vier von sechs.

Alle diese Ergebnisse sind weit davon entfernt, für oder gegen die Verwendung am Menschen zu sprechen. Sie deuten bloß darauf hin, dass eine solche therapeutische Strategie mit ZMapp eventuell machbar sein könnte.


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