Jugoslawischer Ex-Geheimdienstler wegen Mordfalls angeklagt

Karlsruhe (APA/dpa/AFP) - Wegen Beihilfe zur Ermordung eines Oppositionellen hat die deutsche Bundesanwaltschaft Anklage gegen ein weiteres ...

Karlsruhe (APA/dpa/AFP) - Wegen Beihilfe zur Ermordung eines Oppositionellen hat die deutsche Bundesanwaltschaft Anklage gegen ein weiteres Mitglied des früheren jugoslawischen Geheimdienstes SDS erhoben.

Der frühere SDS-Chef, ein heute 72-jähriger Kroate, soll den Mord in Auftrag gegeben haben. Der Oppositionelle war 28. Juli 1983 im bayerischen Wolfratshausen in einer als Druckerei genutzten Garage erschossen worden. Es ist die dritte Anklage in Deutschland in dem Fall.

Das Opfer, der kroatische Schriftsteller Stjepan Djurekovic, soll zu einer Gruppe führender jugoslawischer Dissidenten gehört haben, die nach Deutschland emigriert waren. Die Auftragskiller sind nach Angaben der Bundesanwaltschaft bisher „nicht eindeutig“ identifiziert.

Der jetzt wegen Beihilfe zum Mord angeklagte Zdravko Mustac war zwischen 1982 und 1985 Chef des kommunistischen SDS. Er wurde im April 2014 von Kroatien an Deutschland ausgeliefert und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Mustac soll den kroatischen Ex-Geheimdienstgeneral Josip Perkovic mit dem Mord beauftragt haben. Dieser soll die Tat eingefädelt haben. Er ist auch beim Oberlandesgericht (OLG) München wegen Beihilfe angeklagt. Seiner Auslieferung im Jänner war ein langer Streit zwischen Kroatien und der EU vorausgegangen.

Eine dritte Person, der Geheimdienst-Informant Krunoslav P., war wegen seiner Beteiligung an dem Attentat bereits 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt worden.


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