Innsbrucker Festwochen auf Schloss Ambras feierlich eröffnet

Bach, Händel und Scarlatti stehen im Mittelpunkt der 37. Festwochen der Alten Musik. Der Startschuss fällt am Abend mit der Oper „Almira“.

Innsbruck – Die 38. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik sind am Dienstag im Spanischen Saal von Schloss Ambras eröffnet worden. Der Veranstaltungsreigen steht im Zeichen des 1685 geborenen Komponisten-“Triumvirats“ Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Domenico Scarlatti. Bei der Eröffnung schlugen die politisch Verantwortlichen angesichts der aktuellen Weltlage indes nachdenkliche Töne an.

Man sei „weit entfernt vom Weltfrieden“, meinte Tirols Landeshauptmann Günther Platter, dem heuer die Ehre zufiel, die Festwochen für eröffnet zu erklären. Er erinnerte die Besucher an die derzeitigen immensen Flüchtlingsströme, die nur eine Antwort zuließen: „Die Solidarität der Europäischen Wertegemeinschaft“.

Kultur bedeute „Lebensqualität und Lebensfreude“, so der Landeshauptmann und strich die „breite kulturelle Vielfalt“ in Tirol hervor. Anlässlich „100 Jahre Erster Weltkrieg“ erinnerte Platter unter anderem daran, dass damals die „kulturelle Grundlage teilweise verloren“ gegangen sei.

Innsbruck habe sich seit dem Jahr 1976 mit den Festwochen der „Pflege der Renaissance- und Barockmusik“ verschrieben und sei damit das „älteste Festival dieser Art“, sagte Innsbrucks Bürgermeisterin, Christine Oppitz-Plörer, die auch ankündigte, die kulturelle Bedeutung der Stadt in Bezug auf die zeitgenössische Musik auf eine neue Ebene heben zu wollen.

Lob für die Verantwortlichen

Lobende Worte fand Oppitz-Plörer für die Festwochen-Verantwortlichen – den neuen Geschäftsführer Markus Korselt und den Künstlerischen Leiter Alessandro De Marchi. Bei Letzterem sei das Festival in den „allerbesten Händen“, erklärte Oppitz-Plörer und betonte, dass man im Vorjahr eine 98-prozentige Auslastung erreicht habe. Zuletzt hatten die Festwochen allerdings für negative Schlagzeilen gesorgt. Geschäftsführerin Christa Redik war wegen eines versäumten Subventionsansuchens entlassen worden.

Mit Korselt, einem deutschen Kulturmanager, sei eine „gute Auswahl“ nach einem langen Prozess gelungen, meinte die Bürgermeisterin. Der neue Geschäftsführer nahm in seiner Rede unter anderem Bezug auf die Internationalität der Festwochen bei einer gleichzeitig starken Verwurzelung in der eigenen Tradition. Mit dem Jahr 1685 widme man sich heuer dem „Geburtsjahr der Komponistenheroen“.

An der Eröffnung der Festwochen nahmen zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens teil, darunter die Tiroler Alt-Landeshauptleute Wendelin Weingartner und Alois Partl (beide ÖVP). Auch Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler war mit ihrem Mann, Schauspieler Helmuth Lohner, gekommen.

Die heurigen Innsbrucker Festwochen der Alten Musik laufen bis zum 31. August. Am Dienstagabend fällt der Startschuss mit der Oper „Almira“, bei der Intendant Alessandro De Marchi selbst seine Academia Montis Regalis durch die Partitur führen wird und die mit der Hamburgischen Staatsoper koproduziert wurde. Mit Scarlattis „Narciso“ und „L‘Orontea“ von Pietro Antonio Cesti stehen zwei weitere Opern auf dem Spielplan. „Narciso“ wird bei den Festwochen am 29. August zum ersten Mal zu erleben sein, die musikalische Leitung hat dabei der italienische Geiger und Dirigent Fabio Biondi inne, für die Regie zeichnet Davide Livermore verantwortlich. (APA, tt.com)


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