Im Zeichen des Friedens Musiktradition feiern

Bei der Eröffnung der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik wurden nicht nur barocke, sondern auch nachdenkliche Töne angeschlagen.

Von Christiane Fasching

Innsbruck –Der Himmel weint­e bitterlich, als am Dienstagvormittag die 38. Auflage der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik auf Schloss Ambras eröffnet wurd­e. Überraschend heiter ging’s dafür im Spanischen Saal zu, wo der neue Festwochen-Geschäftsführer Markus Korsel­t launig und kurzweilig die Festgäste begrüßte – und sich bei ihnen fürs „Herschwimmen“ bedankte. Staatstragenden Besuch aus Wien gab’s heuer übrigens nicht: Bundespräsident Heinz Fischer, ansonsten ein fixer Festwochen-Gast, war nicht nach Innsbruck angereist. Und waren die Eröffnungsreden in den vergangenen Jahren noch von prominenten Namen wie Donna Leon und Karl-Markus Gauß verfasst worden, so vertraute man heuer auf die Eloquenz des neuen Geschäftsführers. Und tat gut daran: Korselts flammendes Plädoyer für die „unvergänglichen Kostbarkeiten“, die bei den Festwochen präsentiert werden, war erfrischend unterhaltsam. Etwas aus dem feierlichen Rahmen fiel dagegen der Schlussakt der Eröffnung, bei dem Schattenspieler Julian Button in Aktion trat – um Alessandro De Marchi, den künstlerischen Leiter der Festwochen, mit einem Augenzwinkern hinters Licht zu führen, um dort einem Schatten-Affen Zucker zu geben. Ein wenig erinnerte diese Show-Einlage an einen Kindergeburtstag.

Nachdenklicher waren die Töne, die Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Tirols Landeshauptmann Günther Platter anschlugen. „An Europas Grenzen herrscht Krieg, im Rest der Welt sowieso“, erinnerte Oppitz-Plörer an die aktuellen Krisenherde – und rief dazu auf, mit Demut den Frieden hochzuhalten. Den Festwochen und ihrem Leiter streute sie verbale Rosen, nutzte die Bühne aber auch, um Innsbruck das Etikett „Musikhauptstadt“ umzuhängen – und zu verkünden, dass man sich fortan auch als Zentru­m für zeitgenössische Musik positionieren wolle. LH Platter blickte in seiner Rede 100 Jahre in die Geschichte zurück und erinnerte an den Beginn des Ersten Weltkriegs, der „einem übertriebenen Nationalismus und einer fehlerhaften Politik“ geschuldet war. Vom Weltfrieden sei man aber auch heute weit entfernt.

Musikalisch wurden auf Schloss Ambras unter anderem spannende Einblicke in die diesjährigen Festwochen-Opern „L’Orontea“, „Narciso“ und „Almira“ zum Besten gegeben: Mit Händels Opern-Erstling, den er als 19-Jähriger verfasste, wurden die Fest­wochen am Abend dann im Tiroler Landestheater künstlerisch eingeläutet.

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