Fall Rebasso: Prozess um Verletzung des Amtsgeheimnisses

Korneuburg (APA) - Ein Kriminalist aus Niederösterreich, der laut Anklage am 16. August 2012 Journalisten über das Auffinden der Leiche des ...

Korneuburg (APA) - Ein Kriminalist aus Niederösterreich, der laut Anklage am 16. August 2012 Journalisten über das Auffinden der Leiche des entführten Wiener Rechtsanwalts Erich Rebasso informiert haben soll, hat sich am Dienstagnachmittag am Landesgericht Korneuburg wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses verantworten müssen. Der Beamte bekannte sich nicht schuldig.

Verteidiger Nikolaus Rast sprach in seinem Eröffnungsplädoyer von zwei „rein privaten“ Gesprächen, wobei der Angeklagte einen der beiden Journalisten gar nicht erreicht habe. Das Verfahren werde die Schuldlosigkeit seines Mandanten beweisen.

Die Frage von Richter Dietmar Nussbaumer, ob er jemals das Amtsgeheimnis verletzt habe, verneinte der Beamte. Er habe am 16. August 2012 von der leitenden Ermittlergruppe aus Wien den Anruf erhalten, dass in einem Waldstück in Königstetten (Bezirk Tulln) eine Leiche gefunden worden sei. Er sei dann gegen Mittag mit weiteren Kollegen dort eingetroffen. Ob schon Medienvertreter anwesend waren, wisse er nicht. Er kenne nur wenige.

Jene Telefonate mit zwei Journalisten im gegenständlichen Fall seien „rein private“ gewesen, so der Beamte. Es sei um eine Werbeeinschaltung eines Kirtags gegangen. Ob er die beiden Redakteure vor oder nach dem Eintreffen in Königstetten kontaktiert habe, wisse er nicht mehr. Die zwei Journalisten habe er bereits vor einigen Jahren unabhängig voneinander auf einem Fest kennengelernt. Zu ihnen habe er unregelmäßigen Kontakt, manchmal drei Wochen nicht, dann wieder mehrmals pro Woche.

„Wann wussten Sie, dass es sich bei der Leiche um jene des Wiener Rechtsanwalts handelt?“, wollte der Richter wissen. „Am Nachmittag von den Wiener Kollegen“, antwortete der Kriminalist.


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