Ungarische Bank OTP warnt vor höheren Kosten durch Devisenkredite

Budapest (APA/Reuters) - Die ungarische Regierung lässt die Banken für die umstrittenen Fremdwährungskredite stärker bluten als erwartet. Di...

Budapest (APA/Reuters) - Die ungarische Regierung lässt die Banken für die umstrittenen Fremdwährungskredite stärker bluten als erwartet. Die ungarische Großbank OTP muss auf Grundlage der jüngsten Vorgaben der ungarischen Zentralbank 41 Mrd. Forint (rund 130 Mio. Euro) und nicht wie zunächst angenommen 27 Mrd. Forint an Kunden zurückzahlen, wie die Bank erklärte. Dadurch dürfte auch der Gewinnrückgang stärker ausfallen.

Die Banken müssen rückwirkend Zinsen und Gebühren für Kredite senken, die sie vor der Finanzkrise zu tausenden meist in Fremdwährungen wie dem Schweizer Franken vergeben hatten. Weil der ungarische Forint aber seither massiv an Wert verloren hat, können viele Familien ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen. Die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban will daher mit Hilfe eines neuen Gesetzes die Banken zur Kasse bitten, die ihren Kunden Geld zurückerstatten müssen: Betroffen sind neben der ungarischen OTP auch österreichische Institute wie die Erste Group, Raiffeisen oder die UniCredit -Tochter Bank Austria, sowie die BayernLB -Tochter MKB - die zweitgrößte deutsche Landesbank will die MKB an den ungarischen Staat verkaufen. Ein Abschluss des Deals ist für September geplant.

Die Institute hatten in den vergangenen Wochen den erwarteten Schaden geschätzt und meist auch entsprechende Rückstellungen gebildet. Die Erste Group hat bereits 130 Mio. Euro zurückgestellt und erwartet für die zweite Jahreshälfte weitere Belastungen von rund 170 Mio. Euro. Die Raiffeisen Bank International erklärte, die Einmalkosten würden aus derzeitiger Sicht wohl am oberen Ende der in Aussicht gestellten Spanne von 120 bis 160 Mio. Euro liegen. Die UniCredit -Tochter Bank Austria hatte bereits Rückstellungen über 30 Mio. Euro gebildet und weitere Belastungen nicht ausgeschlossen. Sie sieht sich von den Verwerfungen jedoch weniger betroffen als lokale Wettbewerber und erwartet für die ungarische Tochter im laufenden Jahr weiterhin Gewinne.

Es ist nicht das erste Mal, dass Orban die Banken zahlen lässt. Bereits 2011 hatte Ungarn die dort tätigen Institute per Gesetz zum Umtausch von Fremdwährungskrediten gezwungen. Die Kosten mussten die Geldhäuser tragen.

~ ISIN HU0000061726 ~ APA337 2014-08-12/14:48


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