Studie: Slowaken nicht so gläubig wie bisher angenommen

Bratislava (APA) - Die Slowaken sind nicht so gläubig, wie bisher angenommen wurde. Laut den Ergebnissen einer Studie der Slowakischen Akade...

Bratislava (APA) - Die Slowaken sind nicht so gläubig, wie bisher angenommen wurde. Laut den Ergebnissen einer Studie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften (SAV) bekennen sich inzwischen nahezu 22 Prozent zu keinerlei Glauben. Noch bei der Volkszählung 2011 hatten hingegen nur rund 13 Prozent angegeben, ohne Glaubenszugehörigkeit zu sein, wie das Nachrichtenportal Webnoviny.sk am Dienstag berichtete.

Die meisten gläubigen Slowaken, 61,1 Prozent der Bewohner, bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche, 7,2 Prozent sind evangelisch und 6,1 Prozent griechisch-katholisch. Nur rund 40 Prozent der Gesamtzahl der Gläubigen gehen aber regelmäßig, mindestens einmal pro Monat, zum Gottesdienst.

Ein Großteil der Bewohner, nicht nur Atheisten, auch Gläubige, wünschen sich zudem der Studie nach Änderungen im Verhältnis von Staat und Kirche. Über ein Drittel der Slowaken ist für eine strikte Trennung, weitere 26 Prozent würden begrüßen, wenn Kirchen nur in einigen Bereichen staatlich unterstützt werden würden. Ganze 46,5 Prozent ist für die Einführung von Kirchenbeiträgen, die das jetzige Modell der Kirchenfinanzierung aus dem Staatsbudget ersetzen sollten.

Eine Diskussion über eine Trennung von Staat und Kirche und ein neues Finanzierungsmodell der Kirchen läuft in der Slowakei schon seit Jahren. Zuletzt hatte 2010 Daniel Krajcer, der damalige liberale Kulturminister der Regierung von Iveta Radicova vorgeschlagen, Gläubige sollten ein Prozent ihrer Steuern ihrer Kirche zuweisen dürfen. Das entspricht dem Modell etwa in Italien, Spanien oder Ungarn. Das Thema gehört aber sichtlich nicht zu den Prioritäten der aktuellen linksorientierten Regierung. Die Kirchen im Land werden mit 37,5 Millionen Euro jährlich aus der Staatskasse unterstützt.


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