Freakpop-Königin Christine and the Queens: Newcomerin in Frankreich

Paris (APA/dpa) - Sie ist ein neuer Stern am französischen Pophimmel. Oder am Freakpop-Teil dieses Himmels, denn gewöhnlichen Pop macht die ...

Paris (APA/dpa) - Sie ist ein neuer Stern am französischen Pophimmel. Oder am Freakpop-Teil dieses Himmels, denn gewöhnlichen Pop macht die 26-jährige Französin Heloise Letissier nicht. Christine and the Queens heißt das Soloprojekt der jungen Künstlerin aus Nantes. Ihr Debütalbum „Chaleur Humaine“ begeistert in diesem Sommer die Franzosen. Kritiker loben es als „triumphalen Erfolg“.

Darauf treffen eingängige Popmelodien, minimalistischer Elektro, klassische Chansonelemente und Rhythm and Blues aufeinander. Die kuriose Mischung hat die Senkrechtstarterin beabsichtigt: „Ich wollte einen Sound schaffen, der keine eindeutige Identität hat und offen für verschiedene Musikrichtungen ist“, erzählt Letissier im Interview der dpa. „Ich höre gerne R‘n‘B und französische Chansons und wollte mich nicht für eines entscheiden.“

Nicht nur musikalisch lässt Christine and the Queens Grenzen verschwimmen. Die Texte vieler Stücke wechseln zwischen Französisch und Englisch hin und her; einige Lieder singt die Französin auch komplett in Englisch. Aus Liebe zur anglofonen Kultur und Musik nahm sie ihr Album in London mit dem Produzenten und Toningenieur Ash Workman auf. Der Engländer arbeitete bereits an den beiden jüngsten Alben der Band Metronomy mit.

Zu ihrem musikalischen Talent kann Heloise Letissier auf eine enorme Bühnenpräsenz zurückgreifen - Folge ihres Schauspielstudiums in Lyon. Auf der Bühne und im Musikvideo zur Single „Saint Claude“ beeindruckt die zierliche Französin mit Ausstrahlung, ausgefallener Choreografie und Hüftschwung a la Michael Jackson.

Ihre Künstlerpersönlichkeit Christine beschreibt Letissier als „etwas abgedrehtere und ungehemmte Version“ von sich selbst. Die Figur Christine sei wandelbar und spiele mit Geschlechterklischees, sagt Letissier, so wie auch ihre Königinnen. Der Namenszusatz „and the Queens“ geht auf eine Begegnung mit drei Transvestiten in einer Londoner Bar zurück, die der Musikerin aus einer frustrierenden Lebensphase geholfen hätten. Das Thema findet sich auch im Stück „The Loving Cup“ wieder.

Seitdem hat sich Letissier dem Freakpop verschrieben, in dem nach ihren Worten „etwas Kaputtes, Abgenutztes und vielleicht auch etwas Krankes steckt, auf jeden Fall etwas Seltsames“. Genau das wolle sie machen: „Seltsamen Pop“.


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